2018/04 Blühstreifenaktion – mach mit für Oberösterreichs Bienen

Das Bienenzentrum Oberösterreich und der Maschinenring Oberösterreich greifen eine vorausdenkend nachhaltige Idee des Maschinenrings Bayern auf und organisieren heuer erstmals die Kampagne "Blühstreifenaktion – mach mit" zur Aussaat von Blühstreifen mit kombiniertem Anbau inklusive Spezialsaatgut. Ziel sind viele Kilometer Blühstreifen in Oberösterreich, um verstärkt Nahrungsinseln und Lebensräume für alle Bienen und blütenbestäubenden Insekten im Hoch- und Spätsommer zu schaffen. Das Angebot richtet sich an die oberösterreichischen Landwirte und an alle, die über eine entsprechend aufbereitete Fläche verfügen.
P_ALT
Ackerblühmischung Die Blühstreifenaktion soll Nahrungsinseln und Lebensräume für alle blütenbestäubenden Insekten schaffen. © Krautzer/Raumberg-Gumpenstein

Bienenzentrum OÖ und Maschinenring als Partner

Vor allem im Hoch- und Spätsommer ist für Bienen eine ausreichende Nahrung wichtig, da hier die Jungbrut für den Winter heranwächst und das Überleben des Bienenstockes über den Winter von der Vitalität der Winterbienen abhängt. Mit der nun startenden Blühstreifenaktion des Bienenzentrums Oberösterreichs und des Maschinenrings Oberösterreich wird genau dies unterstützt.
Geht es den Bienen gut, dann geht es auch den Landwirten gut: Unter diesem Motto setzten die beiden Maschinenringe Traunstein und Laufen in Bayern 2016 ein erfolgreiches Blühstreifenprojekt um. Rund 80 Kilometer Blühstreifen wurden angelegt. "Unser Ziel, ebenso viele Kilometer Blühstreifen in Oberösterreich zu schaffen, können wir nur gemeinsam erreichen. Wir hoffen auf rege und aktive Teilnahme und möchten uns schon jetzt, im Namen der Insekten bei allen Landwirten und Teilnehmern der Aktion herzlich bedanken", so Franz Reisecker, Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ.
"Auf Initiative des Landes Oberösterreich wurde ein unabhängiges Bienenzentrum bei der Landwirtschaftskammer Oberösterreich angesiedelt. Nun setzen wir einen weiteren wichtigen Schritt: Der Schutz der Honig- und Wildbienen sowie aller blütenbesuchenden Insekten liegt im Interesse des Landes Oberösterreichs, seiner Bürger und vor allem seiner Landwirtschaft. Zur Verbesserung der Vitalität der Honigbienen und anderer blütenbestäubenden Insekten und damit der Widerstandsfähigkeit gegenüber multiplen Stressfaktoren (wie Varroa-Milben, Pflanzenschutz und wärmere Winter) ist es wichtig, die Versorgung mit einem vielseitigen Pollen- und Nektarangebot während der ganzen Vegetationsperiode sicherzustellen. Dies wird mit der Blühstreifenaktion maßgeblich unterstützt", erklärt Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger.

Blühstreifen entlang von Mais und Soja

Als Blühstreifen-Nachbarn eignen sich besonders die Ackerkulturen Mais und Soja. Der Saatzeitpunkt und somit die Bodenbearbeitung erfolgen zur gleichen Zeit und in einem Arbeitsgang. Wenn die Saatgutmischung zu blühen beginnt, ist der Pflanzenschutz bereits abgeschlossen.

"Neben Landwirten dürfen sich alle an der Aktion beteiligen, die über eine geeignete Fläche verfügen. Eine Voraussetzung zur Teilnahme ist die entsprechende Vorbereitung der Anlagefläche. Der Blühstreifen darf nicht vor dem 1. September umgebrochen werden, um das Pollenangebot möglichst lange zu gewährleisten", erklärt Dr. Petra Haslgrübler vom Bienenzentrum OÖ.

Blühstreifenaktion Paketpreis

Im Rahmen der Blühstreifenaktion werden zwei Saatgutmischungen der Kärntner Saatbau angeboten: eine Ackerblühmischung und eine zertifizierte Gumpensteiner Feldblumenmischung. Bei der Ackerblühmischung handelt es sich um eine reichblühende, hochwüchsige Saatgutmischung mit einjährigen Feldblumen, Kräutern und Kulturpflanzen. Die Gumpensteiner Feldblumenmischung ist eine artenreiche, reichblühende Feldblumenmischung aus einjährigen, regionalen Feldblumen. Alle Blumen dieser Mischung stammen ursprünglich aus heimischen Wildsammlungen und werden nach den Vorgaben des Gumpensteiner Herkunftszertifikates (www.gzert.at) von Landwirten in Ober- und Niederösterreich vermehrt.
Der Preis für den Laufmeter Blühstreifen liegt je nach Saatgutmischung zwischen 15 Cent und 30 Cent plus zehn Euro Pauschale für die Anfahrt. Die Anlage übernimmt der ortsansässige Maschinenring. Im Preis inkludiert sind Saatgut inklusive Aussaat pro Laufmeter mit einer drei Meter breiten Sämaschine.
"Interessierte Landwirte melden sich einfach bei den ortsansässigen Maschinenringen. Diese übernehmen die Koordination und Abwicklung der Anlage. Anmeldungen werden noch bis Mitte Mai entgegengenommen. Alle Teilnehmer erhalten zudem Infotafeln, um auf die Bienenschutzaktivitäten aufmerksam zu machen", informiert Landesrat Hiegelsberger.

Vorteile für die Landwirte

"In einer ohnehin stressigen Periode brauchen sich die Landwirte mit dieser Blühstreifenaktion kein extra Saatgut besorgen und es bleibt kein Saatgut übrig. Auch mit der speziellen Einstellung der Sämaschine brauchen sich die Landwirte nicht befassen. Nur die Saatbeetvorbereitung ist durchzuführen", erläutert Reisecker.
Bei der Teilnahme an der Blühstreifenaktion gibt es für den Landwirt keine speziellen Zahlungen, es gibt aber im Rahmen des sogenannten Mehrfachantrages Direkt-Zahlungen für beantragte Maßnahmen. Für das Jahr 2018 wird die "Bienentrachtbrache" als Schlagnutzung im Mehrfachantrag neu angeboten. Diese Schlagnutzung bringt für jene Landwirte Vorteile, die zur Anlage von Ökologischen Vorrangflächen verpflichtet sind. Im Gegensatz zu einer "normalen" Grünbrache wird die "Bienentrachtbrache" mit der eineinhalbfachen Fläche als Ökologische Vorrangfläche angerechnet. Somit wird beispielsweise ein Hektar "Bienentrachtbrache" mit 1,5 Hektar als Ökologische Vorrangfläche berücksichtigt.

Neue Broschüre über Blühmischungen aus heimischen Wildpflanzen

Die Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Grünland und Vierwirtschaft (ÖAG) hat in Kooperation mit dem Bienenzentrum Oberösterreich, der HBLFA Raumberg-Gumpenstein und dem Biologiezentrum Linz die neue Broschüre "Aufblühen – Blühmischungen aus heimischen Wildpflanzen" herausgegeben. Diese enthält Informationen und Fotos über die Bedeutung von Blumenwiesen für Bienen und blütenbestäubende Insekten, die richtige Bodenbeschaffenheit und Flächenvorbereitung, Aussaat und Pflege.

"Die Broschüre ist eine Empfehlungsanleitung für die richtige Anlage und Pflege von extensiven Wildblumenwiesen. Sie zeigt die vielen Möglichkeiten, trotz aller Veränderungen wieder blühenden Lebensraum zu schaffen und zu erhalten und die Nahrungsgrundlage für Wild- und Honigbienen und blütenbestäubenden Insekten zu steigern", freut sich Max Hiegelsberger. Diese Broschüre ist ab sofort beim Bienenzentrum Oberösterreich erhältlich.

Großes Interesse am LFI-Lehrgang Wildblumenwiese

Das Ländliche Fortbildungsinstitut (LFI) führt in Kooperation mit dem Bienenzentrum OÖ und mit Unterstützung der Naturschutzabteilung des Landes OÖ erstmalig den Lehrgang "Wildblumenwiese – Anlage und Pflege" durch. Ende Februar ist der Startschuss gefallen. Das enorme Interesse an diesem neuen Lehrgang bestätigt die Aktualität der Thematik. "Der Erfolg einer Wildblumenwiese ist von vielen Faktoren abhängig. Diese müssen unbedingt berücksichtigt werden. Dazu braucht es Fachwissen. Mit diesem Kurs wird genau dieses Wissen weitergegeben und vertieft", berichtet Reisecker.

In 40 Übungseinheiten an fünf Kurstagen setzen sich die 24 Kursteilnehmer intensiv mit den Grundlagen zur Anlage und Pflege von Wildblumenwiesen, der dazugehörigen Kalkulation sowie der Frage nach dem richtigen Saatgut und der Qualitätskontrolle auseinander. Der Lehrgang läuft bis Mai 2018 und soll aufgrund der großen Nachfrage nächstes Jahr wieder angeboten werden.
P_ALT
Honigbiene auf Kornblume © Bienenzentrum OÖ

Bienenzentrum Oberösterreich - biene.biodiversität.bildung

Das Bienenzentrum Oberösterreich ist eine unabhängige Informations- und Wissensdrehscheibe, die Akteure aus den Bereichen Bienen- und Landwirtschaft, Bildung, Natur- und Umweltschutz sowie Wissenschaft miteinander vernetzt. Das neue Zentrum wurde auf Initiative von Landesrat Max Hiegelsberger gegründet und startete im Oktober 2017. Angesiedelt ist das Bienenzentrum Oberösterreich in der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, wo Dr. Petra Haslgrübler und DI Theresa Frühwirth als Expertinnen für Bienenwirtschaft und Biodiversität zur Verfügung stehen.

"Die drei Eckpfeiler des Bienenzentrums sind bienen.biodiversität.bildung – sie bilden den interdisziplinären Ansatz für einen ganzheitlichen Bienenschutz in Oberösterreich. Vorrangiges Ziel des Bienenzentrums ist es Bewusstsein zu schaffen. Es gilt, die biologische Vielfalt zu fördern und als gesellschaftliches Anliegen zu verankern. Sie ist eine wichtige Vorrausetzung für die erfolgreiche Anpassung von Wild- und Honigbienen sowie anderen blütenbestäubenden Insekten an sich verändernde Umweltbedingungen, wie zum Beispiel den Klimawandel, und damit für deren längerfristiges Überleben", fasst Hiegelsberger zusammen.

Zum Erreichen der Ziele setzt das neue Zentrum auf Information, Wissensvermittlung und Erfahrungsaustausch. Mit unterschiedlichen Aktionen, Projekten und Workshops soll ein breites Spektrum an Bewusstseinsbildung stattfinden. Zielgruppen sind nicht nur Imker und Landwirte, sondern auch Naturlieber, Gemeinden, Kindergärten und Schulen. Im April soll die neue Homepage online gehen. Dort befinden sich alle Informationen über Projekte und Aktionen.

Maschinenring ist Umsetzungspartner der Blühstreifenaktion

Das Anlegen von Blühmischungen auf Ackerrandstreifen ist die effizienteste Methode, um Honigbienen, Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlinge im Hoch- und Spätsommer zu unterstützen und sie ist auch rasch umsetzbar. "Es freut uns als bäuerliche Organisation besonders, dass der Maschinenring als Umsetzungspartner für die Anlage der Blühstreifen einen wesentlichen Beitrag dazu leisten kann", zeigt sich Gerhard Rieß, Landesobmann des Maschinenrings OÖ, von der Aktion begeistert.

Die Bewerbung der Blühstreifenaktion läuft zurzeit und kommt bereits sehr gut an. Es haben sich bereits viele interessierte Landwirte, Gemeinden, Firmen und Gartenbesitzer beim Maschinenring gemeldet.

Maschinenring-Wildblumenkompetenzzentren in Oberösterreich

Der Maschinenring Oberösterreich setzt sich das Ziel, sich als Umsetzungspartner für die Anlage und Pflege von Wildblumenflächen zu etablieren, um seinem Auftrag zur Erhaltung von Landschaft und Natur nachzukommen.

"Dafür werden vier Maschinenring-Service-Standorte als Wildblumenkompetenzzentren in den vier Vierteln von Oberösterreich aufgebaut. Derzeit absolvieren vier Maschinenring-Mitarbeiter den LFI-Wildblumenwiesenlehrgang. Das Team besteht aus Ilse Krottenthaler (MR Andorf), Lila Kovacs (MR Steyr), Mathias Fragner (MR Freistadt) und Stefan Mayrhofer (MR Zentrale Linz) Das ausgebildete Fachpersonal wird für die fachliche Begleitung, die Erstellung von Konzepten und für die Projektumsetzung von Wildblumenwiesen zuständig sein. Die Umsetzung (Anbau, etc.) erfolgt durch regionale Dienstleister oder Landwirte", informiert Rieß.

Maschinenring Oberösterreich – der Partner in der ländlichen Region

Seit der Gründung vor über 40 Jahren erbringt der Maschinenring im Agrarbereich Dienstleistungen mit qualifiziertem ländlichem Personal. Im gewerblichen Bereich Service und Personalleasing bietet der Maschinenring seit mehr als 20 Jahren Leistungen für die Wirtschaft. Er ist ein verlässlicher Partner von landwirtschaftlichen und gewerblichen Unternehmen und fördert die regionale Wertschöpfung. Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit helfen dabei, landwirtschaftliche Arbeitsplätze zu sichern.

"Der Maschinenring sieht seit jeher als seine wichtigste Aufgabe, einen Beitrag zur Erhaltung der ländlichen Strukturen sowie zur Landschaftspflege zu leisten. Ein klares Bekenntnis zum Agrarbereich und der umweltkonforme Umgang mit Betriebsmitteln ist dabei seitens des Maschinenrings wichtig. Jüngstes Beispiel ist die chemiefreie Unkrautpflege, bei der der Maschinenring für Gemeinden biologische, herbizid- und chemiefreie Unkrautbekämpfung für jede Fläche anbietet", erklärt Rieß.

Der Maschinenring (MR) ist zudem oberösterreichweit mit rund 200 Mitarbeitern in den Maschinenring-Geschäftsstellen sowie 1.800 saisonalen Dienstleistern ein wichtiger Arbeitgeber im ländlichen Raum und vermittelt in seinem Unternehmensbereich MR-Personal qualifiziertes Leasingpersonal für die Wirtschaft.

Auf Nachhaltigkeit und Umweltschonung achten

Seit drei Jahren gibt es beim Maschinenring OÖ das Projekt „Professioneller Pflanzenschutz“. Pflanzenschutztechniker werden dabei in einer eigenen fünftägigen Zusatzausbildung für den Bereich des überbetrieblichen Pflanzenschutzes qualifiziert. Anschließend werden in jährlichen Weiterbildungsveranstaltungen die Neuerungen im Bereich der Pflanzenschutzmittel, der Technik und der gesetzlichen Auflagen besprochen. Ziel ist es, durch professionellen Pflanzenschutz die verbrauchten Mengen zu reduzieren und die Anwendungen noch gezielter durchzuführen. Mit moderner Technik können die Abdrift vermindert und die Umweltbelastung verringert werden.

"Die Zusammenarbeit mit den Imkern muss im Bereich Pflanzenschutz forciert werden, damit bienenfreundliche Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und die Absicherung der Erträge und Qualitäten von Feldfrüchten möglich ist. Dazu trägt auch die Blühstreifenaktion bei, denn die Versorgung mit hochwertigen Pollen im Hochsommer, der noch dazu beinahe frei von Pflanzenschutzmittelanwendung ist, stärkt die Bienenbestände und macht sie winterfest", betont Rieß.
P_ALT
Blühstreifenaktion Die Blühstreifenaktion für Oberösterreichs Bienen wurde präsentiert von (v.l.) Landwirtschaftskammer-Präsident ÖR Ing. Franz Reisecker, Dr. Petra Haslgrübler vom Bienenzentrum OÖ, Agrar-Landesrat Max Hiegelsberger und Gerhard Rieß, Obmann des Maschinenring OÖ - Abdruck honorarfrei © LK OÖ

Kontakt bei Rückfragen:

Ing. Roman Braun
Leiter Agrarbetreuung Maschinenring Oberösterreich
Tel: 0664 / 9606111,
Roman.Braun@maschinenring.at

Dr. Petra Haslgrübler
Leiterin Bienenzentrum OÖ
+43 050 6902 – 1430
Petra.Haslgruebler@lk-ooe.at

 

Kontakt Öffentlichkeitsarbeit:

Mag. Elisabeth Frei-Ollmann,
Tel +43 50 6902-1591,
Elisabeth.Frei-Ollmann@lk-ooe.at

DDI Birgit Stockinger,
Büro LR Hiegelsberger
Tel +43 732 7720-11113,
Birgit.Stockinger@ooe.gv.at

Downloads