Honig- und Wildbienen im eigenen Garten unterstützen

Wild- und Honigbienen brauchen ein artenreiches Blütenangebot über die gesamte Saison (März bis September) sowie geeignete Nistplätze, damit sie ihre Brut aufziehen können. Im Frühjahr beginnen die Bienen mit dem Nestaufbau und haben einen erhöhten Nektar- und Pollenbedarf.
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Wildblumen im Einsatz © Bienenzentrum OÖ
Vor allem jetzt im Frühling brauchen die Bienen viel Pollen für die Larven um ideal ins neue Jahr zu starten. Wichtige Pollenspender im Frühjahr sind blühende Weiden, Haselnusssträucher, Schlüsselblume, Krokusse, oder der Dirndlstrauch. Es sollten heimische und regionale Wildblumen, Sträucher und Bäume gepflanzt werden wie z.B.: Weiden, Wildrosen, Schlehe, Dirndlstrauch, Weißdorn, Salbei, Margerite, Färberkamille. Heimische Blumen mit offenen Blüten sollten gepflanzt werden und keine hochgezüchteten Arten mit geschlossenen Blüten.
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Die Einbringung von Wiesenflockenblumen, Witwenblumen oder Natternkopf in Saatgutmischungen ist wünschenswert – die Attraktivität für Wildbienen ist besonders hoch © Bienenzentrum OÖ

Wildbienen vs. Honigbienen

Honig– und Wildbienen haben einen sehr unterschiedlichen Flug- und Sammelradius. Honigbienen sind Langstreckenflieger und fliegen bis zu 3 km oder 6 km, je nach Trachtangebot. Wildbienen sind im Gegensatz dazu Kurzstreckenflieger und haben eine durchschnittliche Flugdistanz von ca. 100 - 1200 Meter. Daher sollten Nahrungsgrundlage und Nistmöglichkeit in unmittelbarer Nähe sein. Wildbienen sind Solitärbienen und leben alleine. Honigbienen sind Staatenbildend und können in einer Traube überwintern. Nach der Sommersonnenwende wird mit der Aufzucht der Winterbienen begonnen. Sommerbienen leben ca. 4 – 6 Wochen und Winterbienen bis zu 6 Monate.

Wild- und Honigbienen sind für die Bestäubung unserer Obst-, Gemüse und Wildpflanzen verantwortlich und sorgen dafür, dass es zu einer optimalen Fruchtentwicklung kommt. Wildbienen fliegen schon bei niedrigeren Temperaturen aus, Honigbienen beginnen bei Temperaturen zwischen 8 – 12 C Grad zu arbeiten. Wild- und Honigbienen ergänzen sich somit optimal.
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Wildbienenhotel,_Bienenzentrum_OÖ Wildbienenhotel © Bienenzentrum OÖ

Nistmöglichkeiten für Wildbienen schaffen

Wildbienen brauchen zusätzlich geeignete Nistplätze wie offene Bodenflächen (3/4 aller mitteleuropäischen Wildbienenarten nisten im Boden), sandige Flächen (oder mit Sand gefüllte Blumenkisten), Abbruchkanten, morsches Totholz, verholzte Markstängel, Trockenmauern, Schneckenhäuser und vieles mehr.
All das lieben sie, immer in gut besonnter, trockener Lage. Auch Wildbienenhotels sind geeignete Nisthilfen. Diese müssen sauber verarbeitet sein damit sich die Wildbienen auch wohlfühlen und ihre zarten Flügel nicht verletzen. Es sollten kleine und große Löcher in Hartholz gebohrt werden, da die Größe der Wildbienen stark variiert, von ein paar Millimeter bis ca. 2 cm (Holzbiene).

Bienentränken aufstellen

Im Frühjahr und Sommer, wenn es heiß und trocken ist, ist eine ausreichende Wasserversorgung sehr wichtig. Das Aufstellen einer Bienentränke ist von Vorteil. Da Bienen keine guten Schwimmer sind, sollte die Tränke nicht zu tief sein und evtl. mit Steinen oder Moos bedeckt sein. Sie lieben Nährstoff angereichertes Wasser. Ein Volk von Honigbienen hat einen jährlichen Wasserbedarf von 20-30 Liter Wasser.
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Rasenmähroboter im Einsatz © Bienenzentrum OÖ

Rasenmähroboter – der Tod auf Rädern!

Die Pflege im eigenen Garten übernimmt immer häufiger ein Rasenmähroboter. Die ist zwar für viele Gartenbesitzer einfach und bequem, allerdings werden durch häufiges ausfahren und mulchen wichtige Nahrungsgrundlagen (Gänseblümchen, Brunnelle, Weißklee) zerstört. Die Rasenmähroboter sind für kleine Säugetiere und vor allem kleine Igel eine große Gefahr. Diese weichen nicht aus und werden so überfahren und getötet. Viele Säugetiere sind nachtaktiv, daher sollte der Roboter am Abend ausgeschaltet werden und am Tag so wenig wie möglich ausfahren.
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Blühstreifen im Garten entlang einer Terrasse © Bienenzentrum OÖ

Inseln der Vielfalt

Schaffen sie im Garten Inseln der Vielfalt. Das kann das wilde Eck mit verschiedensten heimischen Wildblumen sein, ein Kräuterbeet, aber auch der Stein- oder Todholzhaufen. Diese bieten nicht nur Nahrung, sondern auch ein Zuhause und Nistmaterial wie Pflanzenhaare, Blatt- oder Blütenstücke, Baumharz . Hecken mit bienenfreundlichen Gehölzen wie zB: Gemeiner Hase, Weiden, Schlehdorn, Himbeere, Gewöhnlicher Traubenkirsche oder Hundsrose können den Garten strukturieren.

Schaffen sie Strukturräume und haben sie Mut zur Unordnung! Geben sie den Blumen die Möglichkeit auszusamen und sich somit zu generieren. Im Herbst sollten abgestorbene Blütenstände stehenbleiben, diese bieten ein Winterquartier für viele Insekten. Lassen sie ein bisschen Wildnis im Garten zu!
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Blühender Thymian © Bienenzentrum OÖ

Balkone als Biodiversitätsinseln

Auch der kleinste Balkon kann Nahrung für unsere Bienen und blütenbestäubenden Insekten bieten. Zierpflanzen wie Geranien, Petunien und Pelargonien und Co. sind zwar dekorativ, zählen jedoch nicht zu beliebten Balkonblumen von Bienen. Hingegen sind blühende Kräuter wertvolle Insektennahrung, z.B. Thymian, Majoran, Salbei, Rosmarin, Oregano, Lavendel, Katzenminze, Salbei, Schnittlauch (den man blühen lasst) und Kapuzinerkresse. Sie sind pflegeleicht, teilweise winterhart und lieben die Sonne. Für schattige Standorte bieten Minze oder Melisse jede Menge Bienenfutter.

Bepflanzt man den Balkon auch mit Wildblumen und ungefüllten heimischen Gartenblumen, ist das ein richtiger Gaumenschmaus für unsere Bienen. Heimische Wildblumenmischung mit Ringelblume, Kornblume, Margerite, Glockenblume, Färberkamille, Wiesensalbei und viele mehr. Und wer seinen bienenfreundlichen Balkon abrunden möchte, hängt noch ein Insektenhotel an eine geschützte sonnige Stelle.
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Nützlingsförderung im Garten © Theresa Frühwirth

Wie sieht ein Bienenfreundlicher Garten aus?

  • ganzjähriges Trachtband 
  • heimische Blumen, Bäume und Sträucher - heimische Insekten haben sich auf heimische Wildpflanzen spezialisiert, da sie eine Symbiose mit bestimmten Blütenpflanzen eingegangen sind. Ganz unter dem Motto Bienen und Blumen brauchen einander. 
  • Bunte Blumenwiese statt „englischem“ Rasen – Roboter in der Garage lassen 
  • Rasen wenig mähen und außerhalb der Bienenflugzeiten, d.h. am Morgen und am Abend und bei trüber Witterung. 
  • Inseln der Vielfalt schaffen und Mut zur Unordnung haben – wildes Eck im Garten zulassen z.B. Wasserlacken, Holzhaufen, offene Bodenstellen, Laubhaufen, …. 
  • Wichtige Pollen und Nektarspender im Frühjahr und Spätsommer für die Aufzucht der Brut: Haselnuss, Krokusse und Weiden (Palmkätzchen), alle Frühblüher. 
  • Wasserversorgung für Bienen gewährleisten – Aufstellen von Bienentränken 
  • Verzicht auf Chemie – keine Verwendung von Pflanzenschutzmittel oder Insektiziden