„Es lebe die Vielfalt“ – Weltbienentag rückt gemeinsame Verantwortung für Bestäuberlebensräume in den Fokus
Wie artenreiche Lebensräume für Wild und Honigbienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber erhalten und gefördert werden können, stand anlässlich des Weltbienentags am 20. Mai im Mittelpunkt der Tagung „Es lebe die Vielfalt“ in der Landwirtschaftskammer Oberösterreich in Linz. Veranstaltet wurde sie vom Bienenzentrum Oberösterreich, dem Netzwerk Zukunftsraum Land und der Biene Österreich.
„Ob heimisches Obst, blühende Gärten oder unsere Kulturlandschaft – ohne Bienen und den unzähligen Bestäuberinsekten wäre all das nicht denkbar. Wie wir unsere Lebensräume heute gestalten, entscheidet über die biologische Vielfalt von morgen. Der Schutz und die Förderung von Bestäubern sind daher nicht nur eine Verantwortung, sondern eine gemeinsame Aufgabe von Landwirtschaft, Gemeinden und allen, die Flächen nutzen oder gestalten“, betont Agrar‑Landesrätin Michaela Langer‑Weninger, Obfrau des Bienenzentrums Oberösterreich. Auch Konsumentinnen und Konsumenten seien gefordert: „Wer bewusst heimische und saisonale Produkte kauft, unterstützt eine vielfältige Landwirtschaft und schafft Anreize für bestäuberfreundliche Produktionsweisen“.
Viele Perspektiven – ein Ziel
Die Tagung brachte Akteur:innen aus Imkerei, Landwirtschaft, Naturschutz und öffentlicher Dienst zusammen. „Trotz unterschiedlicher Zugänge eint alle Teilnehmenden das gemeinsame Anliegen, Landschaften zukunftsfähig zu gestalten und ökologische ebenso wie landwirtschaftliche Anforderungen in Einklang zu bringen“, so Langer-Weninger.
Ein zentrales Anliegen der Veranstaltung war der sektorübergreifende Dialog. Sophia Glanz, Leiterin des Netzwerks Zukunftsraum Land, hob die Bedeutung der Zusammenarbeit hervor: „Als Netzwerk Zukunftsraum Land möchten wir die fachübergreifende Zusammenarbeit zwischen Akteur:innen aus Landwirtschaft und Naturschutz gezielt fördern. Durch den Austausch von Wissen, Erfahrungen und innovativen Ideen tragen wir zu sektorübergreifendem Denken bei und unterstützen nachhaltige Lösungen für die Zukunft des ländlichen Raums“.
Ein zentrales Anliegen der Veranstaltung war der sektorübergreifende Dialog. Sophia Glanz, Leiterin des Netzwerks Zukunftsraum Land, hob die Bedeutung der Zusammenarbeit hervor: „Als Netzwerk Zukunftsraum Land möchten wir die fachübergreifende Zusammenarbeit zwischen Akteur:innen aus Landwirtschaft und Naturschutz gezielt fördern. Durch den Austausch von Wissen, Erfahrungen und innovativen Ideen tragen wir zu sektorübergreifendem Denken bei und unterstützen nachhaltige Lösungen für die Zukunft des ländlichen Raums“.
Landwirtschaft als Schlüsselrolle für Biodiversität
Besonders hervorgehoben wurde die zentrale Rolle der Landwirtschaft beim Erhalt und Förderung der Biodiversität. Rund ein Drittel der Fläche Österreichs wird landwirtschaftlich genutzt – damit ist sie ein wichtiger Landschaftsgestalter des Landes.
Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, verwies in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung agrarpolitischer Instrumente: „Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) und insbesondere das Österreichische Agrarumweltprogramm (ÖPUL) leisten hierzu einen wesentlichen Beitrag. Im Jahr 2025 wurden österreichweit rund 247.000 Hektar biodiversitätsrelevante Flächen - darunter Biodiversitätsflächen, Naturschutzflächen sowie nicht produktive Ackerflächen - bewirtschaftet und im Mehrfachantrag beantragt. Das ergibt ein Plus von nahezu 100.000 Hektar im Vergleich zu 2022 bzw. zum ÖPUL 2015. Allein auf dem Acker umfassen diese Flächen etwa 109.000 Hektar und stellen damit – nach Weizen und Mais – die flächenmäßig drittgrößte ‚Ackerkultur‘ dar“, informiert Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich.
Rund 83 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich nehmen freiwillig am ÖPUL teil. „Die hohe Beteiligung zeigt deutlich, welch großen Stellenwert Biodiversität sowie der Schutz von Boden, Gewässern und Natur und insgesamt eine nachhaltige Bewirtschaftung für viele Bäuerinnen und Bauern haben“, so Waldenberger.
Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, verwies in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung agrarpolitischer Instrumente: „Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) und insbesondere das Österreichische Agrarumweltprogramm (ÖPUL) leisten hierzu einen wesentlichen Beitrag. Im Jahr 2025 wurden österreichweit rund 247.000 Hektar biodiversitätsrelevante Flächen - darunter Biodiversitätsflächen, Naturschutzflächen sowie nicht produktive Ackerflächen - bewirtschaftet und im Mehrfachantrag beantragt. Das ergibt ein Plus von nahezu 100.000 Hektar im Vergleich zu 2022 bzw. zum ÖPUL 2015. Allein auf dem Acker umfassen diese Flächen etwa 109.000 Hektar und stellen damit – nach Weizen und Mais – die flächenmäßig drittgrößte ‚Ackerkultur‘ dar“, informiert Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich.
Rund 83 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich nehmen freiwillig am ÖPUL teil. „Die hohe Beteiligung zeigt deutlich, welch großen Stellenwert Biodiversität sowie der Schutz von Boden, Gewässern und Natur und insgesamt eine nachhaltige Bewirtschaftung für viele Bäuerinnen und Bauern haben“, so Waldenberger.
Bestäuber im Fokus
In Österreich sind neben der Honigbiene derzeit 707 Wildbienenarten bekannt, darunter 46 Hummelarten, sowie rund 4.000 Schmetterlingsarten. Viele dieser Bestäuber gelten, als gefährdet und stellen hohe Ansprüche an ihren Lebensraum und an das verfügbare Nahrungsangebot.
Carmen Nebauer von der Technischen Universität München (TUM), setzte in ihrem Impulsvortrag ‚To bee or not to bee‘ einen inhaltlichen Schwerpunkt rund um Verfügbarkeit und Vernetzung von Lebensräumen und ihre Rolle in der Bereitstellung eines kontinuierlichen und vielfältigen Nahrungsangebot für blütenbestäubende Insekten. Entscheidend ist nicht nur die Menge, sondern vor allem die Qualität, Artenvielfalt und zeitliche Verfügbarkeit von Blüten – vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst. Nebauer zeigte auf, dass bereits kleinflächige Maßnahmen große Wirkung entfalten können, wenn Lebensräume und bestäuberfreundliche Nahrungsquellen gemeinsam gedacht werden. Trittsteinbiotope und Strukturelemente wie Hecken, Feldraine, Blühstreifen, Obstbäume oder Altgrasstreifen spielen dabei eine besondere Rolle. Sie verbinden Lebensräume, erleichtern Bestäubern das Wandern durch die Landschaft und bieten Rückzugs‑, Nist‑ und Nahrungsräume. Besonders die Randbereiche in der Kulturlandschaft erweisen sich als Schlüsselbereiche für den Erhalt der biologischen Vielfalt.
Carmen Nebauer von der Technischen Universität München (TUM), setzte in ihrem Impulsvortrag ‚To bee or not to bee‘ einen inhaltlichen Schwerpunkt rund um Verfügbarkeit und Vernetzung von Lebensräumen und ihre Rolle in der Bereitstellung eines kontinuierlichen und vielfältigen Nahrungsangebot für blütenbestäubende Insekten. Entscheidend ist nicht nur die Menge, sondern vor allem die Qualität, Artenvielfalt und zeitliche Verfügbarkeit von Blüten – vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst. Nebauer zeigte auf, dass bereits kleinflächige Maßnahmen große Wirkung entfalten können, wenn Lebensräume und bestäuberfreundliche Nahrungsquellen gemeinsam gedacht werden. Trittsteinbiotope und Strukturelemente wie Hecken, Feldraine, Blühstreifen, Obstbäume oder Altgrasstreifen spielen dabei eine besondere Rolle. Sie verbinden Lebensräume, erleichtern Bestäubern das Wandern durch die Landschaft und bieten Rückzugs‑, Nist‑ und Nahrungsräume. Besonders die Randbereiche in der Kulturlandschaft erweisen sich als Schlüsselbereiche für den Erhalt der biologischen Vielfalt.
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