Eine Genbank für die Honigbiene

Wie bei anderen Insekten ist die Vielfalt der Honigbienen bedroht. Um sie zu retten sammeln Wissenschaftler Genmaterial von seltenen Bienen. Jakob Wegener, Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf e.V. ist dabei die erste Genbank für Honigbienen aufzubauen.
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Honigbienen bei der Arbeit © Bienenzentrum OÖ

Immer wieder kommt es vor, dass Zuchtlinien durch Witterungs-/Krankheitseinflüsse, oder schlicht durch das Ausscheiden von Züchtern verloren gehen. Die genetische Vielfalt unserer Bienenpopulation ist aber entscheidend, um die nötigen züchterischen Anpassungen an gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen wie den Klimawandel zu bewältigen. Deshalb fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Deutschland schon seit 2019 den Aufbau einer europaweit ersten Genbank für Honigbienen.
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Honigbiene auf Phacelia_Bienenzentrum OÖ_1 © Bienenzentrum OÖ
Gesammelt werden die Proben durch das Länderinstitut für Bienenkunde in Deutschland, wo vor einigen Jahren eine Methode zur Gefrierkonservierung von Drohnensperma entwickelt wurde. Das Bieneninstitut Kirchhain übernimmt die morphometrische und molekularbiologische Merkmalsuntersuchung an den beprobten Völkern. Beprobt werden die beiden im rechtlichen Sinn „einheimischen“ Bienenrassen Carnica und Mellifera.

Gesammelt wird überwiegend von Züchterinnen und Züchtern aus Deutschland, aber auch aus Slowenien, Norwegen, den Niederlanden und Österreich. Bislang wurden aus etwas über 100 Völkern Drohnensperma, Gewebeproben und Ganzkörper-Präparate von Bienen und Drohnen in flüssigem Stickstoff eingefroren. Gelagert wird die Sammlung nach Abschluss aller Qualitäts- und Gesundheitschecks in der Deutschen Genbank Landwirtschaftlicher Nutztiere in Mariensee.