Erste Nester der Asiatischen Hornisse in Österreich: Fund in Vorarlberg bestätigt

Am 20. Juni 2026 wurden im Gemeindegebiet von Lustenau (Vorarlberg) erstmals in Österreich zwei Primärnester der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) nachgewiesen. Dieser Fund markiert einen bedeutenden Wendepunkt im Umgang mit dieser als invasiv eingestuften Art, die sich seit 2004 in vielen europäischen Ländern ausbreitet und insbesondere für die Honigbiene, und damit der Imkerei, eine ernstzunehmende Bedrohung darstellt.
Erstnachweis eines Nestes der Asiatischen Hornisse im Gemeindegebiet Lindau in Vorarlberg..jpg
Erstnachweis eines Nestes der Asiatischen Hornisse im Gemeindegebiet Lindau in Vorarlberg. © Diemtar Mathis

Situation in Österreich

Bei dem aktuellen Fund in Vorarlberg handelt es sich um zwei unmittelbar nebeneinander befindliche Primärnester. In einem der beiden Nester konnten bereits adulte Tiere sowie Brut festgestellt werden, was auf eine aktive Kolonie hinweist. Dieses Nest wurde sachgerecht entfernt, und die darin befindlichen Individuen wurden unschädlich gemacht. Das zweite Nest war kleiner und wies keine Besiedelung auf.
 
Bereits am 9. April 2024 wurde in der Stadt Salzburg ein Einzelexemplar der Asiatischen Hornisse gesichtet und gefangen. Dieser Nachweis stellte jedoch einen isolierten Einzelfund dar, ohne Hinweise auf eine dauerhafte Etablierung. Mit dem aktuellen Nachweis in Vorarlberg ist nun erstmals das Vorkommen von Nestern bestätigt, was eine neue Phase der Ausbreitung in Österreich signalisiert.
 
Zwei Primärnester wurden in einem Baucontainer entdeckt und sachgerecht entfernt.
Zwei Primärnester wurden in einem Baucontainer entdeckt und sachgerecht entfernt. © Diemtar Mathis

Bedeutung und Risikopotenzial

Die Asiatische Hornisse gilt als invasive Art, die insbesondere Honigbienen stark unter Druck setzen kann. Sie jagt aktiv vor Bienenstöcken und kann so die Nahrungsaufnahme und das Überleben ganzer Bienenvölker beeinträchtigen.
 
Die frühe Erkennung von Nestern – insbesondere der Primärnester im Frühjahr und Frühsommer – ist entscheidend für eine erfolgreiche Eindämmung der Population. Wird ein Nest frühzeitig entdeckt und entfernt, kann die Entwicklung eines großen Sekundärnestes mit einer viel höheren Zahl an Individuen im Sommer verhindert werden.
 
 
Nester der Asiatischen Hornisse werden oft unter dem Vordach gesichtet. .jpg
Nester der Asiatischen Hornisse werden oft unter dem Vordach gesichtet. © Reiner Jahn

Bitte um erhöhte Aufmerksamkeit

Eine der wichtigsten Maßnahmen zur Eindämmung der Asiatischen Hornisse ist ein flächendeckendes Monitoring. Dabei kommt insbesondere Imker:innen eine zentrale Rolle zu.
 
In den Sommer- und Herbstmonaten wird daher um erhöhte Aufmerksamkeit gebeten – besonders im Bereich von Bienenständen. Die AGES empfiehlt, bei den regulären Kontrollgängen den Bienenflug etwa 20 Minuten lang gezielt zu beobachten. Dieser Zeitraum ist in der Regel ausreichend, um das mögliche Auftreten von Vespa velutina zu erkennen, da die Tiere häufig vor den Fluglöchern jagen.
 

Asiatische Hornisse gesichtet – was tun?

Sollte eine verdächtige Hornisse oder ein Nest gesichtet werden, ist folgender Ablauf einzuhalten:
  • Ein Foto oder Video der Hornisse oder des Nestes mit dem Smartphone aufnehmen.
  • Die Datei auf der Meldeplattform ​​​​​​​hochladen.
  • Den Fundort auf einer interaktiven Karte markieren.
 
Die gemeldeten Sichtungen werden von Expert:innen überprüft. Bestätigt sich der Verdacht, dass es sich um ein Exemplar oder Nest der Vespa velutina handelt, wird die Meldung an die zuständige Stelle weitergeleitet.
 

Bestimmungshilfe zur Asiatischen Hornisse

Zur sicheren Unterscheidung zwischen der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) und der heimischen Europäischen Hornisse (Vespa crabro) stellt das Bienenzentrum OÖ eine kostenlose Bestimmungshilfe zur Verfügung.
 
Diese enthalten die wichtigsten Erkennungsmerkmale wie:
  • dunkler Körper mit nur einem gelben Hinterleibssegment
  • gelb gefärbte Beine („Gelbfüßigkeit“)
  • insgesamt kleinere und kompaktere Gestalt als Vespa crabro
 
Das Bestimmungskärtchen im Lesezeichenformat kann beim Bienenzentrum OÖ bestellt werden. Bis zu 40 Stück sind kostenlos erhältlich (zzgl. Versandkosten). Bestellung unter: bienenzentrum@lk-ooe.at (Bitte Name, Adresse und PLZ angeben)