Saatgutherkunft beeinflusst unsere Bienen und blütenbestäubende Insekten.

Forscher untersuchen die Bedeutung von Interaktionen zwischen Pflanzen und Insekten bei der Wiederherstellung von Ökosystemen. Die Verwendung von regional zertifiziertem Saatgut ist für uns im Bienenzentrum OÖ besonders wichtig und steht im Vordergrund.
Spenderfläche Baumgartenberg © Bienenzentrum OÖ
Spenderfläche Baumgartenberg © Bienenzentrum OÖ
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster haben jetzt genauer untersucht, wie sich die Saatgutauswahl bei Renaturierungsmaßnahmen, also die Wiederherstellung von naturnahen Lebensräumen aus kultivierten und genutzten Bodenoberflächen, auf die Förderung der Insektenvielfalt auswirkt. Dabei spielt nicht nur die Pflanzenart, sondern auch die geografische Herkunft der Samen eine wichtige Rolle:
Sie hat Einfluss auf die Insektenvielfalt und darauf, wie oft die Bestäuber die Blüten besuchen. Die Forscher fanden heraus, dass die Herkunft der Pflanze die Bestäuber beeinflusst – sowohl wie oft die Bestäuber die Blüten besuchen, als auch die Vielfalt der Insektenarten. Die Studienergebnisse sind in der Fachzeitschrift „Journal of Applied Ecology“ erschienen.

Hier geht es zur  Originalpublikation in der Fachzeitschrift "Journal of Applied Ecology"
Saatgutmischung © Bienenzentrum OÖ
Saatgutmischung © Bienenzentrum OÖ

Saatgut aus Österreich und für Österreich

Durch die Verwendung von regional zertifizierten Wildblumen wird die Biodiversität in der Agrar- und Kulturlandschaft gefördert und die Ausbreitung invasiver Arten hintangehalten. Außerdem ist der Blühzeitpunkt von heimischen Wildpflanzen auf den Entwicklungszyklus unserer heimischen Bienen und blütenbestäubenden Insekten abgestimmt. Für blütenbestäubende Insekten gibt es im Sommer immer weniger Nahrung.
Eine gute und ausreichende Versorgung der Honigbienen ist auch essenziell, da in dieser Zeit der Winternachwuchs heranwächst. Die Anlage von Blühstreifen sorgt für ein gutes Nahrungsangebot und damit für die Vitalität der Winterbienen.
Daher ist es für uns im Bienenzentrum OÖ besonders wichtig die Herkunft des Saatgutes zu kennen und somit unsere Bienen und blütenbestäubenden Insekten zu unterstützen. Die Auswahl des Saatgutes richtet sich nach dem Begrünungsziel. Es muss geklärt werden, ob die Blühfläche nach einem Jahr umgebrochen wird oder eine mehrjährige Anlage als Bienenweide erfolgen soll, und somit kommen verschiedene heimische Saatgutmischungen zum Einsatz.
Die Kärntner Saatbau bietet in Österreich großflächig regional zertifiziertes Saatgut an. Dieses wird auf Spenderflächen in Österreich gesammelt und wird nach strengen Zertifizierungs-Richtlinien nach G-Zert und REWISA von heimischen Landwirten vermehrt.
Vermehrungen von Ochsenaugen © Bienenzentrum OÖ
Vermehrungen von Ochsenaugen © Bienenzentrum OÖ

„Blühstreifenaktion - mach mit“

Die verwendeten Saatgutmischungen der „Blühstreifenaktion – mach mit“ sind zum größten Teil regional zertifiziert. Für einjährige Blühstreifen eignet sich die „Bienentrachtbrachen-Mischung“ der Saatbau Linz. Für eine überjährige Anlage von Blühstreifen sollte im landwirtschaftlichen Bereich die speziell entwickelte „Saatgutmischung BM-Agrar“ eingesetzt werden.
Diese Saatgutmischung besteht aus 60% einjährigen Pflanzen, wie Sonnenblume, Ringelblume, Phacelia, Mohnblume und Inkarnatklee und 40% regional zertifizierten mehrjährigen Wildblumen, wie Margerite, Steinklee, Spitzwegerich, Färberkamille, Kornblume und vielen mehr. Letztes Jahr zeigten sich die Flächen im kunterbunten Blütengewand, und im zweiten Jahr sind es wunderschöne Wildblumenwiesen geprägt von Margerite und Färberkamille.
Für mehrjährige „Bienenweiden“ gibt es eine Saatgutmischung der Kärntner Saatbau, die sich für den Einsatz bei Gewerbeflächen, öffentlichen Flächen oder im privaten Garten eignet. Diese besteht zu 100 % aus heimischen Wildblumen und soll somit einen neuen Lebensraum schaffen.
Wir sind überzeugt davon, dass wir mit heimischen Saatgut die Biodiversität fördern und unsere Bienen und blütenbestäubenden Insekten damit unterstützen“, ist sich das Team vom Bienenzentrum OÖ einig.