Mit den Bienen auf Wanderschaft - Betriebsreportage Imkerei Hausruckhonig
Wie Nebenerwerbsimker Günter Heftberger mit seiner Wanderimkerei auf Blüte, Zusammenarbeit und Effizienz setzt.
Betriebsspiegel
- Fläche: 8 ha Acker/Grünland
- 3 ha Grünland biologisch bewirtschaftet
- 5 ha Acker verpachtet
- Tierhaltung: 80 Bienenvölker biologisch geführt nach geltenden Bio-Richtlinien, Bio-Zackelschafzucht
- Hauptbetriebszweige: Wanderimkerei, Königinnenzucht, Verkauf von Bienen und Imkereiprodukten
- Homepage: www.hausruckhonig.at
Seit Generationen gehören Bienenvölker zum Betrieb Heftberger, vulgo Krengruber, in Haag am Hausruck. Günter Heftberger, Polizist im Ruhestand, Bio-Imker und -Landwirt, entwickelte die Imkerei seines Großvaters nach der Betriebsübernahme gezielt zu einem Nebenerwerbsbetrieb weiter und investierte laufend in fachliche und organisatorische Weiterbildung. Darunter zahlreiche Kurse beim OÖ Landesverband für Bienenzucht und die Weiterbildung „Sachkunde Pflanzenschutz“ der Landwirtschaftskammer OÖ. Fachwissen, Planung, ein gutes Netzwerk und Betriebsführung sind für ihn essenzielle Bestandteile für eine wirtschaftlich geführte Imkerei.
Wanderimkerei als Herzstück
Ein zentrales Standbein des Betriebs ist die Wanderimkerei. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Regina Loidl bewirtschaftet Heftberger rund 80 Bienenvölker. Zwei Drittel der leistungsstärksten Völker werden auf Wanderschaft geschickt, während der Rest für die Königinnenzucht und zur Stabilisierung schwächerer Einheiten genutzt wird.
"Nicht jedes Volk eignet sich zum Wandern. Wirtschaftlich sinnvoll ist es nur mit vitalen, starken Einheiten“, betont der Imker.
"Nicht jedes Volk eignet sich zum Wandern. Wirtschaftlich sinnvoll ist es nur mit vitalen, starken Einheiten“, betont der Imker.
Hoher Aufwand, hohe Verantwortung
Die Wanderarbeit organisiert Heftberger gemeinsam mit Berufskollege BWM Rudi Burgstaller . Die Arbeitsteilung und gemeinsame Planung sind unerlässlich, denn Wanderimkerei ist anspruchsvoll: Sie erfordert hohes Maß an Fachwissen, sorgfältige Organisation, verlässliche Technik, geeignete Standplätze und ein gut funktionierendes Netzwerk. Vor einer Wanderung werden die Bienenstöcke spätabends auf Anhänger verladen und gesichert. Gegen 2 Uhr morgens machen sich die Imker auf den Weg, damit die Völker in den frühen Morgenstunden am neuen Standort ankommen. „Die Ladungssicherung ist enorm wichtig. Mit 28 Bienenvölkern am Anhänger auf der Autobahn darf nichts passieren. Wenn man müde ist, fährt man nicht – wir gehen hier kein Risiko ein“, betont Günter Heftberger.
Im Rhythmus der Blüte – Ertrag durch Standortwahl
Jährlich werden fünf bis sechs Standorte angefahren – abgestimmt auf die Blüte von Akazie, Linde, Sonnenblume, Mariendistel, Alpenrose und Waldtracht. Es handelt sich dabei durchgehend um ertragsreiche Trachtgebiete, die zwar abgelegen liegen, jedoch über gut befestigte und problemlos befahrbare Zufahrten verfügen. Die Zusammenarbeit mit den Landwirt:innen vor Ort erleichtert es, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.
„Die Honigbiene ist blütenstet, und daher bei Massentrachten besonders effizient. Damit profitiert sie stark von großen Blühflächen wie Raps- oder Sonnenblumenfeldern. Die Imkerei und Landwirtschaft gehören für mich zusammen“, sagt Heftberger.
„Die Honigbiene ist blütenstet, und daher bei Massentrachten besonders effizient. Damit profitiert sie stark von großen Blühflächen wie Raps- oder Sonnenblumenfeldern. Die Imkerei und Landwirtschaft gehören für mich zusammen“, sagt Heftberger.
Wirtschaftlichkeit entscheidend
„Der durchschnittliche Ertrag eines Wandervölkes liegt bei 60 - 70 kg. Für eine kostendeckende Arbeit – exklusive meiner Arbeitszeit – muss ein Volk mindestens 30 kg Honig einbringen“, erklärt Heftberger.
Auch die aktuelle geopolitische Lage und steigende Treibstoffpreise beschäftigen den Imker. Für die Transporte der Bienenvölker braucht er jährlich 1.000 - 1.500 Liter Diesel – ein erheblicher Kostenfaktor. Trotz des zusätzlichen Aufwands haben sortenreine Honige keinen höheren Preis. Für die beiden Imker lohnt es sich dennoch: Die Wanderimkerei sichert in den meisten Fällen höhere Erträge, vitale Bienenvölker und zudem sind die Sortenhonige und die damit einhergehende breite Produktpalette gefragt.
Bio-Imkerin Regina Loidl bestätigt die Nachfrage nach Sortenhonigen: „Wald-Blütenhonig ist unser beliebtester Honig, Cremehonig für Kinder ist ideal, weil er nicht rinnt, und Akazienhonig eignet sich wunderbar zum Kochen, weil er nicht so schnell fest wird“.
Als Vermarktungsstrategie rät der erfahrene Imker zur Zusammenarbeit mit lokalen Lebensmittelgeschäften, Bäckereien, Hofläden, etc. Vom Verkauf an Großhändler oder Abfüller hält Heftberger nicht viel, hier seien die Gegebenheiten in der Preisgestaltung noch schwieriger.
Weitere unabdingbare Voraussetzungen für eine funktionierende Wanderimkerei sind gute Partnerschaften, ein gutes Netzwerk, entsprechend gute Ausrüstung (Zugfahrzeug mit Allrad, Anhänger, Weidezaun für Alm-Standorte, Lüftungsgitter, Wasserspritze, Stockwagen, etc.) und nicht zuletzt ein hohes Maß an Effizienz.
Jungen Imker:innen rät er zur Zusammenarbeit mit anderen Imker:innen und Landwirt:innen. Er selbst setzt dabei auf direkten Kontakt, Qualität und Verlässlichkeit.
Auch die aktuelle geopolitische Lage und steigende Treibstoffpreise beschäftigen den Imker. Für die Transporte der Bienenvölker braucht er jährlich 1.000 - 1.500 Liter Diesel – ein erheblicher Kostenfaktor. Trotz des zusätzlichen Aufwands haben sortenreine Honige keinen höheren Preis. Für die beiden Imker lohnt es sich dennoch: Die Wanderimkerei sichert in den meisten Fällen höhere Erträge, vitale Bienenvölker und zudem sind die Sortenhonige und die damit einhergehende breite Produktpalette gefragt.
Bio-Imkerin Regina Loidl bestätigt die Nachfrage nach Sortenhonigen: „Wald-Blütenhonig ist unser beliebtester Honig, Cremehonig für Kinder ist ideal, weil er nicht rinnt, und Akazienhonig eignet sich wunderbar zum Kochen, weil er nicht so schnell fest wird“.
Als Vermarktungsstrategie rät der erfahrene Imker zur Zusammenarbeit mit lokalen Lebensmittelgeschäften, Bäckereien, Hofläden, etc. Vom Verkauf an Großhändler oder Abfüller hält Heftberger nicht viel, hier seien die Gegebenheiten in der Preisgestaltung noch schwieriger.
Weitere unabdingbare Voraussetzungen für eine funktionierende Wanderimkerei sind gute Partnerschaften, ein gutes Netzwerk, entsprechend gute Ausrüstung (Zugfahrzeug mit Allrad, Anhänger, Weidezaun für Alm-Standorte, Lüftungsgitter, Wasserspritze, Stockwagen, etc.) und nicht zuletzt ein hohes Maß an Effizienz.
Jungen Imker:innen rät er zur Zusammenarbeit mit anderen Imker:innen und Landwirt:innen. Er selbst setzt dabei auf direkten Kontakt, Qualität und Verlässlichkeit.
Günter Heftberger ist Imker aus Überzeugung und Leidenschaft – eine Haltung die seine Arbeit und seinen Erfolg prägt.