Großübung in Lochen am See: Imkerinnen und Imker trainieren für den Ernstfall

Am 9. Oktober 2026 veranstaltete der OÖ Landesverband für Bienenzucht in Lochen am See eine Einsatzübung zur Asiatischen Hornisse (Vespa velutina). Rund 40 Teilnehmer:innen, darunter Bienenseuchensachverständige sowie Vespa velutina-Referent:innen aus den Imkervereinen des Bezirks Braunau, trainierten die Abläufe zur Nestsuche, Nestortung und Bekämpfung der invasiven Art.
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Dietmar Fageth beantwortet Fragen zum möglichen Auftreten der Asiatischen Hornisse in Oberösterreich. © Bienenzentrum OÖ
Die Asiatische Hornisse breitet sich seit Jahren in Europa aus und wurde mittlerweile auch in Österreich nachgewiesen. Nach bestätigten Funden in Vorarlberg und Tirol rückt die invasive Art zunehmend näher an Oberösterreich heran. Während es in Oberösterreich aktuell noch keinen bestätigten Nachweis gibt, zeigen die Erfahrungen anderer Länder deutlich, dass eine frühzeitige Vorbereitung und ein koordiniertes Vorgehen entscheidend sind, um die Ausbreitung möglichst lange zu verlangsamen und nicht unkontrolliert fortschreiten zu lassen. Daher setzt der OÖ Landesverband für Bienenzucht auf die gezielte Schulung von Multiplikator:innen und den Aufbau eines Netzwerks vor Ort.
 
Im Rahmen der Praxisübung wurden die organisatorischen und fachlichen Voraussetzungen für ein koordiniertes Vorgehen im Anlassfall trainiert. Dabei standen die Erkennung der Asiatischen Hornisse, die Dokumentation von Sichtungen sowie Methoden zur Nestsuche und Nestortung im Mittelpunkt. Gerade Imker:innen nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein, da sie häufig zu den ersten Betroffenen zählen, wenn Asiatische Hornissen Jagd auf Honigbienen vor den Bienenständen machen.
 

Tracing und Triangulation

Eine Station widmete sich dem sogenannten Tracing, also der gezielten Verfolgung von Hornissen bis zum Nest. Wanderlehrer Herbert Pointner erläuterte den Teilnehmer:innen die Vorgehensweise: Mit Locktöpfen werden Tiere angelockt, markiert und anschließend die Flugzeiten zwischen Futterquelle und Nest gemessen. Dadurch können Flugrichtung und Entfernung zum Nest bestimmt werden. Werden die Flugbahnen von mehreren Standorten aus beobachtet, lässt sich die Lage des Nestes durch Triangulation schrittweise eingrenzen. Diese Methode erfordert neben fachlichem Wissen vor allem Übung und die Zusammenarbeit mehrerer Personen.
 
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Zum Abschluss widmeten sich die Teilnehmer:innen der Bekämpfung einer Nestattrappe und trainierten die dafür vorgesehenen Einsatzabläufe. © Bienenzentrum OÖ

Nestsuche mit Drohne und Fernglas

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Einsatz moderner Technik. Mithilfe einer vom Land OÖ finanzierten Drohne wurde ein zuvor eingegrenzter Suchbereich abgeflogen. Da Nester häufig hoch in Baumkronen angelegt werden und mit freiem Auge nur schwer zu entdecken sind, liefert die Drohne wertvolle Unterstützung. Die Livebilder ermöglichen es der Einsatzleitung, potenzielle Nester rasch zu lokalisieren und deren Verdacht zu verifizieren.
 
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Der Schutzanzug der Firma Xorsa unterscheidet sich deutlich vom herkömmlichen Imkeranzug. © Bienenzentrum OÖ

Schutzkleidung für den Einsatz

Auch die persönliche Schutzausrüstung wurde vorgestellt und praktisch erprobt. Der spezielle Schutzanzug der Firma Xorsa unterscheidet sich deutlich von einem herkömmlichen Imkeranzug. Aufgrund seines vergleichsweise hohen Gewichts und der aufwendigen Konstruktion empfiehlt sich das Anlegen mit Unterstützung einer zweiten Person. Die Teilnehmer:innen konnten sich dadurch ein realistisches Bild von den Anforderungen und Sicherheitsvorkehrungen eines möglichen Bekämpfungseinsatzes machen.
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Konrad Sauerschnigg erklärte den Teilnehmer:innen den Aufbau, die Handhabung und den sicheren Einsatz der Carbonlanze. © Bienenzentrum OÖ

Leiter und Teleskoplanze

An einer weiteren Station demonstrierte Vizepräsident Konrad Sauerschnigg den Einsatz der Carbonlanze, einer für die Bekämpfung von Nestern der Asiatischen Hornisse geeigneten Teleskoplanze. Die Teilnehmer:innen übten den sicheren Aufbau der Ausrüstung sowie deren Positionierung im abgesperrten Einsatzbereich. Ziel war es, den fachgerechten Umgang mit der Lanze zu trainieren und die Abläufe eines möglichen Bekämpfungseinsatzes unter praxisnahen Bedingungen vorzubereiten. Die vom Land OÖ finanzierte Carbonlanze wird künftig als wichtiges Instrument bei der Bekämpfung von Nestern der Asiatischen Hornisse zur Verfügung stehen.
 
Die Übung zeigte eindrucksvoll, wie wichtig eine frühzeitige Vorbereitung auf das Auftreten der Asiatischen Hornisse ist. Durch regelmäßige Schulungen, moderne technische Hilfsmittel und die enge Zusammenarbeit von Imkerschaft, Sachverständigen und Behörden werden die Voraussetzungen geschaffen, um im Anlassfall rasch und koordiniert handeln zu können. Ziel bleibt es, die Ausbreitung der invasiven Art in Oberösterreich möglichst lange einzudämmen und Auswirkungen auf Honigbienen sowie andere Bestäuberinsekten zu minimieren.
 
Auch Theresa Frühwirth vom Bienenzentrum OÖ nahm an der Großübung in Lochen am See teil und absolvierte gemeinsam mit den Teilnehmer:innen sämtliche Übungsstationen. Ein besonderer Dank gilt dem Organisationsteam rund um Herbert Vitzthum, Konrad Sauerschnigg, Herbert Pointner und Dietmar Fageth für die Planung und Durchführung der Veranstaltung. Ebenso bedankt sich das Bienenzentrum OÖ bei der Familie Haberl vom Lippengut für die Gastfreundschaft und die hervorragende Verpflegung.
Weitere Informationen zur Übung sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen finden Sie im ausführlichen Rückblick des OÖ Landesverbandes für Bienenzucht unter:
https://bzv-ooe.at/vespa-velutina-uebung-in-lochen-am-see-rueckblick-bzv-ooe/