Erster Nachweis der Asiatischen Hornisse in Tirol bestätigt

Die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) beschäftigt aktuell Imker:innen, die Landwirtschaft und den Naturschutz in ganz Österreich. Nach den ersten bestätigten Nestfunden in Vorarlberg wurde nun auch in Tirol der erste Nachweis der invasiven Art bestätigt.
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Vespa velutina © iStock-(c)Wirestock

Invasive Art breitet sich aus

Am 20. Juni 2026 wurden in Vorarlberg erstmals zwei Primärnester der Asiatischen Hornisse nachgewiesen. Nun wurde am 23. August 2026 in der Gemeinde Kössen in Tirol der erste bestätigte Nachweis mehrerer Einzeltiere erbracht. Auf der offiziellen Meldeplattform velutina-melden.at sind derzeit österreichweit fünf bestätigte Nachweise dokumentiert.

Die Asiatische Hornisse gilt in Europa als invasive Art und kann erhebliche Auswirkungen auf Honigbienen, Wildbienen und andere Insektenbestände haben. Neben anderen Insekten können sie täglich bis zu 75 Bienen erbeuten, wodurch Bienenvölker geschwächt werden und in weiterer Folge Völkerverluste auftreten können. Zudem treten Schäden im Obst- und Weinbau auf.
 
Für gesunde Menschen gilt die Asiatische Hornisse als genauso ungefährlich wie die heimische Hornisse, Vespa crabro (allergische Reaktionen sind möglich).
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Im Gemeindegebiet von Kössen (Bezirk Kufstein) im Tiroler Unterland wurde kürzlich erstmals eine gelbfüßige Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) in Tirol nachgewiesen. © Land Tirol/Tschöll

Erstnachweis in Tirol

Der aktuelle Fund wurde in der Gemeinde Kössen nahe der deutschen Grenze bestätigt. Derzeit werden weitere Erhebungen durchgeführt, um den Standort des zugehörigen Nestes zu ermitteln. Aufgrund der Grenznähe ist es möglich, dass sich das Nest im benachbarten Bayern befindet.

Hier​​​​​​​ ist die Pressemitteilung vom Land Tirol zu finden.
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Aktuelle Lage auf der Meldeplattform velutina-melden.at (Stand August 2026) © Bienenzentrum OÖ

Bisherige Nachweise in Österreich

Auf der offiziellen nationalen Meldeplattform velutina-melden.at sind derzeit folgende Nachweise der Asiatischen Hornisse bestätigt:
  • Stadt Salzburg, März 2024: ein Einzeltier
  • Vorarlberg, Gemeinde Lustenau, Juni 2026: ein Einzeltier sowie zwei Primärnester
  • Tirol, Gemeinde Kössen, August 2026: mehrere Einzeltiere

Oberösterreich ist vorbereitet

In Oberösterreich liegen bislang keine bestätigten Nachweise vor. Um im Falle eines Auftretens rasch und koordiniert reagieren zu können, wurde bereits 2024 eine landesweite Arbeitsgruppe eingerichtet. Diese befasst sich insbesondere mit der Finanzierung, Dokumentation und Evaluierung von Bekämpfungs- und Nestentfernungsmaßnahmen.

Darüber hinaus informierte die Arbeitsgruppe im März 2025 im Rahmen eines Dialogforums Vertreter:innen aus Landwirtschaft, Naturschutz, Gemeinden, Feuerwehr und Rotem Kreuz über den aktuellen Wissensstand, neue wissenschaftliche Erkenntnisse sowie den gemeinsam erarbeiteten fünfstufigen Bekämpfungsplan.
 

Verdachtsfälle melden

Verdachtsfälle können jederzeit über die nationale Meldestelle velutina-melden.at gemeldet werden. Wichtig sind dabei möglichst genaue Angaben zum Fundort sowie aussagekräftige Fotos. Auch der OÖ Landesverband für Bienenzucht hat eine Mail-Adresse (velutina@bzv-ooe.at) und eine Hotline (0732 73 20 70 90) für Oberösterreich eingerichtet.
 
Insbesondere Imker:innen werden um erhöhte Aufmerksamkeit gebeten. Eine Bestimmungshilfe des Bienenzentrums Oberösterreich mit den wichtigsten Erkennungsmerkmalen der Asiatischen Hornisse steht online zur Verfügung: Bestimmungshilfe Asiatische Hornisse (Vespa velutina)
 
Grundlegende Informationen zur Biologie, Verbreitung und aktuellen Situation in Österreich veröffentlicht die AGES unter: Asiatische Hornisse (Vespa velutina)
 

Nachschau: Webinar zur Asiatischen Hornisse

Am 20. August 2026 veranstaltete das Projekt myurbanBEE ein Webinar mit der AGES-Expertin für Bienengesundheit Linde Morawetz. Thematisiert wurden die Biologie der Asiatischen Hornisse, ihre Ausbreitung in Europa, die aktuelle Situation in Österreich sowie Möglichkeiten zur Erkennung und Meldung von Sichtungen.

Die Aufzeichnung des Webinars wird in Kürze auf dem YouTube-Kanal UrbanBEE Vienna veröffentlicht.