Spannungsfeld Imkerei und Landwirtschaft

Am Donnerstag den 25. April 2019 wurde in St. Florian angeregt diskutiert. Anlass war die Veranstaltung Spannungsfeld Imkerei und Landwirtschaft. Begrüßt wurde die Veranstaltung von Agrarlandesrat Max Hiegelsberger. Als Referenten waren Prof. Dr. Werner von der Ohe, aus Celle und DI Hubert Köppl eingeladen.
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v.l.n.r. IM Johann Mayr, Landwirt Johannes Langmayr, Agrarlandesrat Max Hiegelsberger, Prof. Dr. Werner von der Ohe, Dr. Petra Haslgrübler, DI Hubert Köppl © Bienenzentrum OÖ
Als Referent wurde Herr Prof. Dr. Werner von der Ohe aus Celle in Deutschland eingeladen. Er leitet seit 2004 das Institut für Bienenkunde Celle des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES). Zudem ist er Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Institute für Bienenforschung in Deutschland.

„Seit Jahren wird in den Medien über das „Bienensterben“ berichtet. Laien denken als erstes an die Honigbienen und fürchten durch diese Berichte das Aussterben der Honigbienen. Honigbienen werden nicht aussterben, solange es fürsorgliche Imker gibt“, so Professor von der Ohe. Die wesentliche Ursache für Überwinterungsverluste ist die Varroose. Das LAVES – das Institut für Bienenkunde Celle hat neben der Varroose den möglichen Ursachenkomplex auch auf weitere Stressfaktoren untersucht.

Beispiele für untersuchte Stressfaktoren
  • Varroapopulation und Nahrungsangebot sowie Witterungsverlauf
  • Proteinversorgung und Insektizide
  • subletale oder chronische Effekte von Insektiziden ert
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Dr. Werner von der OHE © Bienenzentrum OÖ
„Weltweit ist eine Zunahme an Imkern und Bienenvölkern zu verzeichnen. So nimmt auch in Deutschland seit nahezu zehn Jahren die Zahl der Imkerinnen und Imker zu und seit einiger Zeit auch die Anzahl der Bienenvölker“, sagt Prof. Dr. Werner von der Ohe. Über 60 % der Wildbienenarten sind in Deutschland bedroht und bei Honigbienenvölkern sind immer wieder erhebliche Überwinterungsverluste zu verzeichnen. Viele Wildbienenarten haben sehr spezifische Ansprüche an ihren Lebensraum.
Durch den Verlust dieser Lebensräume sind Wildbienen stark bedroht. Hierzu zählen unter anderem die Versiegelung von Landschaftsräumen durch Ausweitung von Wohn- und Gewerbegebieten, Verbreiterung von Straßen, monotone Gartengestaltung, Flurbereinigungsmaßnahmen und vieles mehr. „Fehlt es an den spezifischen Nährpflanzen, können sich die Wildbienen nicht ernähren. Sind Pflanzen auf sehr spezifische Bestäuberbienenarten angewiesen und fehlt es an diesen, können sich gegebenenfalls auch die Pflanzen nicht vermehren“, erklärt Prof. Dr. Werner von der Ohe.
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Pflanzenschutzreferent DI Hubert Köppl © Bienenzentrum OÖ
Als weiteren Referenten durften wir den Pflanzenschutzreferenten der LKOÖ DI Hubert Köppl begrüßen. Er gab einen kurzen Einblick über die landwirtschaftliche Situation in Oberösterreich. Er erklärte warum die Anwendung von Pflanzenschutzmittel wichtig ist und wie Landwirte darauf achten können diese bienenfreundlich einzusetzen.
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Podium: Frage und Anwort © Bienenzentrum OÖ
Bei der anschließenden Podiumsdiskussion berichteten Imkermeister Johann Mayr, Erwerbsimker aus Pasching mit über 1.000 Bienenvölker und der konventioneller Landwirt Johannes Langmayer über ihre gemeinsame Kooperation. Der Landwirt legt große Flächen Raps an und der Imkermeister nutzt diese Flächen zur Stärkung und Aufzucht seiner Bienenpopulationen. Der Landwirt führt auch die notwendigen Blütenspritzungen durch, aber nur in Abstimmung mit dem Imker. Es funktioniert sehr gut und es wurde noch kein einziger Bienenstock vergiftet. Es zeigt, wie es funktionieren kann, wenn man miteinander spricht und sich abstimmt.
Es haben ca. 110 Personen an der Veranstaltung teilgenommen und es herrschte ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Landwirten und Imkern. Es wurde viel diskutiert und es war ein spannender Abend.

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