Spät blühende Begrünungen und Bienen: die AGES ersucht um Mithilfe!

Die AGES ersucht um Unterstützung zur Erhebung von Daten und Bereitstellung von Honigproben.
Honigbiene auf Phacelia.jpg
Honigbiene auf Phacelia © Bienenzentrum OÖ

In den letzten Wochen erhielt die AGES einige Mitteilungen, dass spät blühende Begrünungen von den Bienen stark beflogen und reichlich Nektar und Pollen eingetragen wurden. Die beobachteten Tageszunahmen lagen zum Teil deutlich über 1 kg. Das bisher warme Spätsommer- und Herbstwetter förderten das Pflanzenwachstum, die Blütenbildung und offenbar auch die Nektarproduktion.

Entsprechend der Jahreszeit und guter imkerlicher Praxis hatten die ImkerInnen in den betroffenen Gebieten ihre Völker schon vor Beginn dieser Spätblüte fertig aufgefüttert.

Sehr späte Blütentrachten können Bienen Probleme machen

Während manche Imker in dieser späten Tracht eine willkommene Ergänzung des Winterfutter- und Pollenvorrates sahen, hatten andere Bedenken hinsichtlich der möglichen Auswirkungen auf die Überwinterung der Völker. Befürchtet wurden: Verhonigen des Brutnestes und dadurch nicht genug Winterbienen, Kristallisation des Winterfuttervorrates, Verdauungsstörungen und Ruhr als Folge davon, bzw. verstärkte Bruttätigkeit durch diesen Futterreiz über mehrere Wochen und dadurch gefördert eine starke Varroavermehrung, u.a.
Um das Verhonigen des Brutnestes hintanzuhalten, berichteten einige Imker, dass sie bei Beginn dieser Spättracht Winterfutterwaben bzw. volle Futterzargen entnahmen und Leerwaben einhängten bzw. teilweise sogar wieder Honigräume aufsetzten. Damit stellt sich zusätzlich die Frage, ob solcher Honig nicht auch geschleudert und vermarktet werden könnte.

Da in den letzten Jahren derartige Spättrachten aus blühenden Begrünungen zugenommen haben, ist dazu ein Projekt in Zusammenarbeit mit dem Imker-Dachverband „BIENE ÖSTERREICH“ angedacht. Dabei sollen Auswirkungen auf die Bienengesundheit und Überwinterung der Bienenvölker untersucht werden, aber auch die Möglichkeit der Gewinnung von vermarktungsfähigem Honig aus diesen späten Trachten.
Um ein solches Projekt vorbereiten und planen zu können, sind verschiedene Vorinformationen erforderlich. Dazu brauchen wir Ihre Unterstützung.

Wir suchen ImkerInnen, die uns Folgendes zur Verfügung stellen:
  • Geschleuderte Honige aus solchen Trachten aus dem heurigen Jahr (mindestens ½ kg; Angabe der Standgemeinde und des Erntedatums). Diese werden dann pollenanalytisch auf ihre botanische Herkunft untersucht und geprüft, ob sie die Anforderungen der Honigverordnung für eine Vermarktung erfüllen würden. Die Untersuchungskosten werden von Biene Österreich übernommen.
  • Frische Proben blühender Pflanzen von den verschiedenen, derzeit im Flugkreis ihrer Bienen angebauten Begrünungen.
  • Angaben im Fragebogen zur Datenerfassung im Herbst 2018" (siehe Downloadbereich). Die Fragen beziehen sich auf Daten zum Bienenstand, zum Beginn und Ende der Blüte von Begrünungen im Flugkreis des Standes, registrierte Waagstockzunahmen – falls verfügbar, zur Periode der Auffütterung, Beobachtungen zum Beflug, etc.
  • Im „Fragebogen zur Datenerfassung im Frühjahr 2019" werden dann Angaben zur Völkerzahl am Stand bei Einwinterung, zum Zeitpunkt der Auswinterung (lebend, tot,) und eventuell aufgetretene Symptome (z. B. Ruhr, kristallisiertes Futter) abgefragt werden. Dieser Fragebogen wird im Frühjahr 2019 ausgeschickt.

Gewünschtes Material

Honigproben: bruchsicher verpackt (mindestens ½ kg)
Pflanzenproben: blühende Gesamtpflanze (ohne Erde) in Plastikbeutel verpackt

Einsendung Bitte den ausgefüllten Fragebogen per Mail (bienen@ages.at) oder per Post (zusammen mit den Proben) an uns einsenden.

Postanschrift:
AGES
Abteilung Bienenkunde und Bienenschutz
Kennwort „Begrünung"
Spargelfeldstraße 191, 1220 Wien
 

Downloads