Restentmilbung durchführen für einen guten Start ins neue Bienenjahr

Mit einer Oxalsäurebehandlung kann bei Brutfreiheit der Milbendruck gesenkt und der Grundstein für eine niedrige Ausgangsbelastung für das Folgejahr gelegt werden.

Behandlungszeitpunkt

Prinzipiell kann davon ausgegangen werden, dass drei Wochen nach dem ersten Frost die Bienenvölker brutfrei sind, sofern nicht wieder längere Warmwetterphasen aufgetreten sind. Erfahrungen haben aber gezeigt, dass manche Bienenvölker bereits vor dem ersten Frost brutfrei sind. Dabei handelt es sich oft um Völker mit niedriger Varroabelastung. Dagegen sind Völker mit hoher Varroabelastung oft jene, die in der Folge am stärksten in der Brut bleiben, mit der Absicht, die hohen Bienenverluste aufgrund der Milbe zu kompensieren - ein teuflischer Kreislauf, der nur der Varroamilbe zugute kommt.
eine an Flügeldeformationsvirus erkrankte Honigbiene  die auf dem Rücken eine Varroamilbe trägt.
Eine an Flügeldeformationsvirus erkrankte Biene mit einer Varroamilbe auf dem Rücken © LKOÖ/Köppl

Wenn die Restentmilbung zu spät kommt...

Eine Behandlung eines zu stark befallenen Volks bringt oft nicht mehr das erhoffte Ergebnis, selbst wenn dadurch die Milben dezimiert werden. Die von den Milben übertragenen Viren verursachen eine Schwächung/Verkrüppelung der Bienen und führen bei zu großer Belastung zum Absterben des Bienenvolks. Sind z. B. im Spätherbst mehrere verkrüppelte Bienen auf den Waben zu sehen, dann ist es oft schon zu spät, auch wenn noch eine gute Volksstärke vorherrscht. Daher ist es wichtig, den Milbendruck ganzjährig und verstärkt ab ca. Juli im Auge zu behalten. Was in den Spätsommer-/Herbstmonaten versäumt wird, kann durch eine Restentmilbung im Dezember nicht wieder gut gemacht werden - Zusammenbrüche oder schwach ausgewinterte Völker wären die Folge.

Behandlungsmethoden

Grundsätzlich wird zur Restentmilbung die natürlich vorkommende Substanz Oxalsäure verwendet. Diese kann verdampft oder geträufelt werden, wobei Untersuchungen der Verdampfung bessere Bienenverträglichkeit bescheinigen. Die Außentemperatur soll dabei ca. 5 °C betragen, auf den Anwenderschutz (entsprechende Atemschutzmaske) darf nicht vergessen werden. Weitere sehr nützliche Infos finden Sie in den unten angeführten Links.