Pressemitteilung der LKOÖ: Schutz der Artenvielfalt

Die Themen Biodiversität oder der Verlust derselben, Insektenschutz und Insektensterben sowie der Schutz der Bienen sind aktuell dominierende Themen in der öffentlichen Diskussion. Es vergeht kaum ein Tag an dem darüber nicht berichtet wird und fast immer wird dabei die Landwirtschaft in den Brennpunkt gerückt.
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Bienenweide mit regional zertifiziertem Saatgut © Graiss/HBLFA Raumberg-Gumpenstein

Landwirtschaft nimmt ihre Verantwortung ernst

„Als Landwirtschaftskammer Oberösterreich nehmen wir die Verantwortung ernst und versuchen auch Maßnahmen umzusetzen, um dieser Entwicklung entgegen zu steuern. Die Landwirtschaft alleine kann aber nicht als Hauptverursacher für das Insektensterben herangezogen werden. Biodiversität bzw. Artenvielfalt sind in den letzten Jahren zu einem gesellschaftlichen Anliegen geworden. Der Erhalt und der Schutz der Artenvielfalt – vor allem der Flora und in deren Folge auch der Fauna – haben einen Wert bekommen, der von immer mehr Menschen mitgetragen wird. Die Landwirtschaft kann, wird und muss ihren Beitrag dazu leisten, denn wir bewirtschaften den überwiegenden Teil des Landes und unser Handeln hat Auswirkungen auf die Biodiversität“, betont Franz Reisecker, Präsident der Landwirtschaftskammer OÖ.
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Wildbiene auf Wiesenflockenblume © Bienenzentrum OÖ
Ein besonderer Fokus liegt in der öffentlichen Debatte aktuell auf den Populationen von Insekten und hier insbesondere der Bienen. Sie geraten aufgrund unterschiedlichster Faktoren zunehmend unter Druck, etwa durch Flächenverbrauch und Bodenversiegelung, den Einsatz von Insektiziden und Pestiziden, den Stickstoffeintrag von Industrie und Verkehr, Klimawandel und Lichtverschmutzung.
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Biene auf Hornklee © Bienenzentrum OÖ

Die Landwirtschaft leistet ihren Beitrag zum Artenschutz

Es gibt unzählige wissenschaftliche Untersuchungen die zeigen, dass erst die von den Bäuerinnen und Bauern geschaffene Kulturlandschaft Artenvielfalt hervorbringt. Wiesen und Almen, die nicht mehr gemäht oder beweidet werden, werden zu Ödflächen, verbuschen mit einigen wenigen Arten oder sind einen Großteil des Jahres ausgetrocknet und braun verfault – hier gibt es keine Vielfalt. Somit ist klar, dass die Nicht-Bewirtschaftung von Flächen keine Lösung im Sinne der Artenvielfalt darstellt. Auf die Art der Bewirtschaftung kommt es an.
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Nahaufname der mehrjänrigen Felblumenmischung ReNatura2 © BienenzentrumOÖ
"Ich wünsche mir, dass Biodiversität zu einem selbstverständlichen Element in der Landwirtschaft wird. Die abgestufte Grünlandbewirtschaftung auf einem Teil der Grünlandflächen ist ein wertvoller Beitrag. So, wie Weizen, Gemüse, Soja am Acker angebaut wird, besteht aber auch die Möglichkeit, ein- und mehrjährige Blühmischungen anzubauen und zu pflegen. Nicht nur Landwirte, auch andere Akteure teilen natürlich diese Gesamtverantwortung. So könnten Gemeinden ihre öffentlichen Flächen ebenfalls gezielt mit standortangepassten Blühpflanzen und Sträuchern bereichern, die Bodenversiegelung reduzieren und den Einsatz von Pestiziden und Bioziden gezielt hinterfragen“, ist Reisecker überzeugt.
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