Jetzt wichtig: Varroamilben kontrollieren

Nur mehr kurze Zeit für Restentmilbung.

In den kommenden Tagen soll unbedingt der natürliche Milbenabfall erfasst werden.

Man legt eine gereinigte Varroawindel bzw. eine Varroatasse ein und zählt nach 7 bis längstens 14 Tagen die in diesem Zeitraum abgefallenen Varroamilben. Je länger, desto mehr Gemüll erschwert das Auszählen.
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Zu hoher natürlicher Milbenabfall nach 14 Tagen. © Bienenzentrum OÖ/Frühwirth
Die Zahl der Milben dividiert durch die Tage ergibt den durchschnittlichen Milbenabfall pro Tag. Dieser sollte unter 0,5 Milben/Tag sein. Dann ist der Milbenbesatz im Volk nicht kritisch und es besteht kein Handlungsbedarf.

Fallen mehr als 0,5 Milben pro Tag ab, dann ist dringend noch eine Entmilbung angeraten. Die Oxalsäure-Verdampfung bei Temperaturen über 4 °C wird empfohlen. Das Träufeln einer Oxalsäurelösung darf nur dann erfolgen, wenn bisher noch nicht geträufelt wurde.
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Milbenabfall nach einer Nachbehandlung Milbenabfall nach einer Nachbehandlung im Volk von Foto 1. Dieses Volk hätte vermutlich den Herbst 2018 nicht mehr erlebt und alle anderen Völk © Bienenzentrum OÖ/Frühwirth
Geringe Brutflächen sind noch kein Problem. Je weiter die Zeit und damit die Tageslänge jedoch fortschreitet und vor allem bei gleich warmen Temperaturen wie derzeit, werden auch die Brutflächen größer werden und damit die Wirkung der Restentmilbung deutlich geringer sein. Daher unbedingt jetzt noch im Jänner handeln!

Aktuelle Situation

Regional ist der Varroabefall in den Völkern sehr hoch. Vereinzelt wird von größeren Völkerverlusten berichtet. Ganze Völker fallen einfach runter und die toten Bienen liegen auf dem Bodenbrett.
Bei diesem Erscheinungsbild wird ein hoher Virusbefall als Ursache für das Absterben vermutet (Akute Paralysevirus, APV). Untersuchungen stehen noch aus.

Dieses Schadensbild kann auch bei Völkern auftreten, wo die Restentmilbung erfolgreich war und sich nur mehr eine geringe Zahl an Restmilben im Volk befanden. Wahrscheinlich hatte so ein Volk im Laufe des Jahres einen hohen Milbenbefall, wodurch sich Viren sehr stark im Volk vermehren und in der Hämolymphe festsetzen konnten. Durch die Entmilbung konnte zwar die Varroa entfernt werden, die Viren blieben jedoch.
 

Ausblick auf das Jahr 2018

Derzeit kommt es zwar regional zu varroabedingten Verlusten, aber ein landesweit flächenhaftes Auftreten von Völkerverlusten wird wohl diesen Winter nicht zu erwarten sein. Allerdings ist zu erwarten, dass viele Völker mit relativ hohen Milbenzahlen in die Frühjahrsentwicklung gehen werden. Wir erwarten daher spätestens ab Oktober 2018 wieder größere überdurchschnittliche Völkerverluste durch die Varroamilbe.
Wir müssen uns dieses Gefahrenpotentials bewusst sein und daher heuer sehr konsequent die entsprechenden Maßnahmen zur Reduktion der Milbenpopulation durchführen, um nicht nur vorzeitige Varroaschäden zu vermeiden, sondern auch den Virusbefall bzw. die Virusvermehrung einzudämmen.
Das sind zum Beispiel:
  • Frühzeitig Drohnenbau im Baurähmchen ermöglichen und im verdeckelten Zustand ausschneiden. Wenn möglich, auch im hohen Magazinboden bauen lassen und zeitgerecht entfernen. Solange, bis kein Drohnenbau mehr errichtet bzw. bebrütet wird.
  • Komplette Brutentnahme ca. zwei Wochen vor Ende der Waldtracht. Und die damit verbundenen Maßnahmen setzen.
  • Varroabekämpfung mit Ameisensäure möglichst frühzeitig im Laufe des Julis, wenn Waldhonigernte abgeschlossen ist. Die Winterbienengeneration soll mit möglichst wenig Milbenbelastung aufwachsen können.
  • Beobachtung des natürlichen Milbenabfalles ab Juni.