Anlage und Pflege von Blühflächen

Schritt-für-Schritt-Anleitung und wichtige Hinweise zum Anlegen einer Blühfläche.
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Die Blühstreifenaktion - mach mit schafft Nahrungsinseln und Lebensräume für alle blütenbestäubenden Insekten. © Bienenzentrum OÖ

Warum sind Blühstreifen wichtig?

Honigbienen, Wildbienen und viele weitere blütenbestäubende Insekten benötigen in der Zeit der ‚Läppertracht‘, so wird das Trachtangebot von Juli bis Mitte September genannt, ein abwechslungsreiches und biodiversitätsreiches Nahrungsangebot. Mit den ein- und mehrjährigen Blühstreifen werden wichtige Nahrungsgrundlagen geschaffen, die das Überleben unserer Bestäuber sichert.
 
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Bodenvorbereitung mittels Umkehrrotoregge beim ABZ Altmünster © Bienenzentrum OÖ

Bodenvorbereitung

Bei einer Neuanlage sollten Brache- und Grünlandflächen, (groß- oder kleinflächig) zuerst umgebrochen oder der Bewuchs mit geeigneten Methoden entfernt werden. Dies wird mittels Pflug (vor dem Winter) oder Fräse erzielt. Anschließend wird mit einer Egge oder Kreiselegge eine feinkrümelige Bodenstruktur hergestellt.
Nach dieser Bodenvorbereitung sollte sich die Erde einige Zeit ca. 2-3 Wochen absetzen können. Bei zu hohem Nährstoffgehalt kann der Boden mit unterschiedlichen Methoden (z.B. Aushagern, Totstriegeln) behandelt werden, um diesen zu verringern.

Tipp: Die Bodenvorbereitung entscheidet maßgeblich über Erfolg und Misserfolg des Aufwuchses eines Blühstreifens .
 
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Machinelle einsaat eienr Blühmischung © Krautzer Bernhard

Anlage und Aussaat

Die Aussaat ist frühestens ab Ende April bis Mitte September möglich. Für die Keimung ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit notwendig, es darf auf keinen Fall austrocknen. Wenn möglich sollte eine Schlechtwetterphase für die Ansaat abgewartet werden.

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Handsaat © Bienenzentrum OÖ
Es wird eine Saatgutmenge von ca. 3 g/m2 benötigt. Das Saatbeet muss gut abgesetzt und feinkrümelig sein.

Tipp: Das Saatgut kann zur leichteren Aussaat mit ½ kg Grieß, Quarzsand oder Sägemehl gestreckt werden.
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Anwalzen des Saatgutes mittels einer Walze. © Bienenzentrum OÖ

Anwalzen

Das Saatgut muss oberflächlich abgelegt werden, ein seichtes einarbeiten auf 0,5 – 1 cm ist jedoch möglich. Anschließend muss die Ansaat mittels einer Walze (z.B. Cambridge-, Prismenwalze) verfestigt werden, damit ein Kapillareffekt entsteht.
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Erster Aufwuchs © Bienenzentrum OÖ

Anwuchspflege

Vor allem auf Ackerböden ist starker Konkurrenzdruck durch Unkräuter zu erwarten. Daher ist ein Pflegeschnitt (Reinigungsschnitt oder Schröpfschnitt) unter Einhaltung einer Schnitthöhe von mind. 7 cm
4 bis 8 Wochen nach der Aussaat durchzuführen. Um ein Absticken des jungen Aufwuchses zu vermeiden, ist die anfallende Biomasse nach Möglichkeit abzuführen.

Bei entsprechendem Unkrautdruck, kann im Anlagejahr eine Wiederholung des Pflegeschnittes notwendig sein. Mischungen mit einem höheren Anteil an einjährigen Blütenpflanzen, sind sehr schnittempfindlich und werden nach dem Schnitt keine Blüte mehr ausbilden. Bei einer Aussaat im Frühling ist der 1. Schnitt Anfang September durchzuführen. Das Schnittgut sollte auf der Fläche getrocknet werden, damit die Samen ausfallen und sich die Fläche regenerieren kann. Danach sollte das Mähgut abtransportiert werden.

Tipp: Es ist keine Düngung notwendig und besonders im Jungstadium ist auf Schneckenfraß zu achten.
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Blühfläche kurz vor dem 1. Schnitt Ende September © Bienenzentrum OÖ

Jährliche Pflege

Nährstoffgehalt, pH-Bereich und Feuchtgehalt sind für die Entwicklung von Bienenweiden wichtig und bestimmen auch die tatsächliche Artenzusammensetzung einer Ansaat, die sich daher je nach Standort sehr unterschiedlich entwickeln kann. Für die jährliche Pflege werden 1 bis 2 Schnitte im Jahr empfohlen. Der 1. Schnitt muss so spät gewählt werden, damit alle wichtigen Arten einen ausreichenden Reifezustand erreichen. Der 2. Schnitt kann ab Mitte September – Ende Oktober erfolgen oder erst im darauffolgendem Frühjahr. Die abgestorbenen Stängel bieten somit vielen Insekten ein willkommenes Winterquartier.

Tipp: Lassen Sie das Mähgut abtrocknen, somit können reife Samen ausfallen und der Fortbestand der Bienenweide ist für das kommende Jahr gesichert.
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Nahaufnahme Blühsreifen Leonding © Bienenzentrum OÖ
Bei richtiger Pflege kann die Fläche für viele Jahre bestehen bleiben. Die Vegetation wird sich im Laufe der Zeit auf den Boden anpassen und es wird sich dementsprechend verändern. Eine Bienenweide bietet einen wichtigen Lebensraum für unsere Honig-, Wildbienen und blütenbestäubenden Insekten.

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