2020/04: LR Hiegelsberger: Gemeinsam für unsere Bienen - Blühstreifenaktion 2020 um Kooperation mit Landesjagdverband und Mitmachaktion für Privatpersonen und Firmen erweitert

Die Initiative „Blühstreifenaktion – mach mit“ wird auch 2020 unsere Bienen und andere Insekten wieder mit abwechslungsreichen Blühflächen unterstüt-zen und so deren Nahrungssicherheit in den mancherorts oft blütenarmen Hochsommermonaten sichern. 2019 wurden in Oberösterreich 662 Kilometer Blühstreifen (z. B. entlang von Kulturen wie Mais oder neben Gewässern) und 104 Hektar Blühflächen in Kooperation mit dem Maschinenring angelegt. Der Großteil der Blühanlagen wird von Landwirten angelegt, aber auch Gemeinden mit knapp 15 Hektar und Ortsbauernschaften mit knapp 10 Hektar haben ent-scheidend zum Erfolg beigetragen. Die neue Initiative „Blühpatenschaft – ich mach mit!“ ermöglicht nun auch Pri-vaten und Firmen, die selbst keine geeigneten Flächen zur Verfügung haben, einen Beitrag für unsere Insekten zu leisten. Unterstützt werden dabei auch die Landwirte, die sich bereit erklären, für die Anlage und Pflege der Blühflächen aufzukommen. Neu ist 2020 auch eine Kooperation mit dem OÖ Landesjagd-verband.
P_ALT
Braun_Hiegelsberger_Sieghartsleitner_Mairinger_c_Land OÖ_Schaffner © Land OÖ

Blühstreifen zur Unterstützung der Wildbienen und anderer Bestäuber

Den Insekten wird zunehmend ihre Lebensgrundlage entzogen, sei es durch fort-laufende Versiegelung, durch intensiv betriebene Landwirtschaft oder durch sterile Privatgärten und Rasenmähroboter. Blühflächen und Nistplätze für Wildbienen und andere Insekten schwinden, der Artenrückgang und Insektenschwund ist ein Fakt, dem entgegengewirkt werden muss! Und genau das tut das Bienenzentrum OÖ gemeinsam mit dem Maschinenring OÖ und weiteren Partnern mit der „Blühstreifenaktion – mach mit“. Die Maschinenringe oder Landwirte selbst legen einjährige und auch mehrjährige Blühflächen an. Diese dienen als wichtige Nahrungsressource in der blütenarmen Hochsommerzeit und schmücken die Landschaft.
P_ALT
Bienenweide Kammer © Archiv

Die erfolgreiche Blühstreifenaktion 2019 in Zahlen

Die „Blühstreifenaktion – mach mit“ war auch im Jahr 2019 ein voller Erfolg. „Die großartigen Ergebnisse aus dem Jahr 2018 wurden bei weitem übertroffen. Das Ausmaß der Blühstreifen entlang von Straßen, Wegen und Feldern hat sich 2019 auf 660 km verdoppelt. Zusätzlich wurden noch 104 ha Blühflächen auf landwirtschaftlichen, privaten und öffentlichen Flächen angelegt“, freuen sich Agrarlandesrat Max Hiegelsberger, LK Präsidentin LAbg. Michaela Langer-Weninger und der Obmann des Maschinenringes OÖ Gerhard Rieß. 304 Landwirtinnen und Landwirte haben 661 Kilometer Blühstreifen entlang von Mais und Soja und 104,37 Hektar mehrjährige Blühflächen angelegt. Zusätzlich wurde von 6 Ortsbauernschaften und 3 Verbänden eine Blühfläche von 12 Hektar geschaffen 79 Privatpersonen haben eine Fläche von vier Hektar durch den Maschinenring OÖ anlegen lassen. An der Aktion beteiligten sich auch 18 Firmen und wandelten so 5,3 Hektar ihrer Firmenareale in eine Bienenweide um. Es haben zusätzlich noch 31 Gemeinden an der „Blühstreifenaktion – mach mit“ teilgenommen und 14,6 Hektar Blühfläche geschaffen. Auf Firmenarealen, kommunalen Flächen und im Privatgarten entstanden somit 24 Hektar mehrjährige Bienenweiden aus 100 Prozent regionalem Saatgut. Viele Gemeinden wandelten öffentliche Flächen in Bienenweiden um, wie zum Beispiel in der Gemeinde Enns. 700 Laufmeter, darunter 50 Laufmeter im historischen Schlosspark, mit einer Breite von drei Metern wurden in Zusammenarbeit mit dem Maschinenring als Bienenweide angelegt
P_ALT
eine wunder schöne Blühstreifenfläche mittem im Getreide; Anlage 04.Mai © Bienenzentrum OÖ

Landwirtschaft leistet aktiven Beitrag zum Bienenschutz

„Im landwirtschaftlichen Bereich war die Bereitschaft zur Teilnahme seit Beginn der Blühstreifenaktion sehr hoch. Die Zahlen von 2019 belegen eindrucksvoll die Bereitschaft der Landwirtschaft, unsere Honig- und Wildbienen aktiv zu fördern. In allen Bezirken Oberösterreichs wurden Blühstreifen angelegt. Wenn jetzt das Projekt durch Blühpatenschaften und eine Kooperation mit dem Landesjagdverband erweitert wird, so kann ich dies nur begrüßen, denn das wird zu zusätzlichen Blühflächen führen. Durch die Blühpatenschaften erhalten die Landwirte eine finanzielle Abgeltung für die Anlage von Blühflächen und das wird einen zusätzlichen Anreiz erzeugen. Wenn nun die Jäger auf den Äsungsflächen für das Wild neues Saatgut verwenden, das besser auf Insekten abgestimmt ist, so ist auch dies ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Bienen und blütenbestäubenden Insekten“, so Landwirtschaftskammer Präsidentin LAbg. Michaela Langer-Weninger.

Gemeinden und Privatunternehmen mit „Mut zur Unordnung“ zum Wohle der Insekten

„Gemeinden können aus »öffentlichem Grün« ein »öffentliches Bunt« schaffen. Blühflächen tragen nicht nur zur Verschönerung des Ortsbildes bei, es entfallen damit auch die mehrmaligen Mähkosten und Ressourcen können anderweitig eingesetzt werden“, so Landesrat Max Hiegelsberger: Gemeinden wie auch Ortsbauernschaften waren hinsichtlich der Beteiligung an der „Blühstreifenaktion – mach mit“ sehr kreativ. „Einige Gemeinden stellten das Saatgut für Privatpersonen gratis zur Verfügung, andere unterstützten die Landwirte und zahlten das Saatgut oder verkauften Blühbausteine“, so Landesrat Max Hiegelsberger. Erstmals wurden heuer zusätzlich Saatgutpakete für die Landwirtschaft sowie öffentliche bzw. private Flächen angeboten: „Immer mehr Gemeinden und Privatpersonen haben Mut zur Unordnung und lassen Blühstreifen und -flächen anlegen. Besonders erfreulich ist, dass sich auch Unternehmen immer stärker für den Bienenschutz einsetzen. In diesen Bereichen ist noch riesiges Potential vorhanden, das dieses Jahr noch besser zur Geltung kommen soll.“
P_ALT
Mehrjährige Bienenwiede am Firmenareal der Voestalpine Bienenzentrum_OÖ © Biennezentrum OÖ

Vom Kindergarten bis zur VOEST – alle können mitmachen

„Auch Kindergärten und Schulen nutzten die Chance, eine Bienenweide anzulegen und integrieren das Thema Bienenschutz und Biodiversität in den Unterricht. Hier kam vor allem das Kompetenzzentrum Wildblumen Maschinenring zum Einsatz“, erklärt Gerhard Rieß, Obmann des Maschinenrings: „Wie groß das Engagement aller Beteiligten ist, sieht man auch daran, dass die Anlage der Blühstreifen ohne Förderung geschieht und das Saatgut sowie die Anlage des Blühstreifen aus der eigenen Tasche finanziert werden.“ Bei den angebotenen Saatgutmischungen der Kärntner Saatbau handelt es sich fast ausschließlich um regional zertifiziertes Saatgut. Es ist eine große Stärke der Blühstreifenaktion, dass dafür heimisches Wildblumensaatgut zur Verfügung steht. Die darin enthaltenen Pflanzen sind für die Entwicklung unserer Bienen und blütenbestäubenden Insekten lebensnotwendig. Als teilnehmender Industriebetrieb ist die voestalpine in Linz zu erwähnen. Hier wurden beeindruckende 20.000 Quadratmeter Bienenweide entlang des Einfahrtsbereiches in Kooperation mit dem Maschinenring und der voestalpine- Werksgärtnerei angelegt. Es wurden - unter Anleitung durch den Naturschutzbund OÖ - verschiedenste Wildbienenhotels in Form der markanten voestalpine-Gebäude aufgestellt, gefertigt vom Institut Hartheim.
Das war die Blühstreifenaktion - mach mit 2019 © Bienenzentrum OÖ

Das war die Blühstreifenaktion - mach mit 2019

Neue Mitmachaktion „Blühpatenschaft – ich mach mit!“

Gemeinsam mit dem Maschinenring hat das Bienenzentrum Oberösterreich die lau-fende Blühstreifenaktion um das Projekt "Blühpatenschaft - ich mach mit!" erweitert. Ziel ist es, mit Blühpatenschaften Insekten und Landwirte zu unterstützen und wie-der mehr Farbe in unsere Landschaft zu bringen. Jede und jeder kann einen Beitrag leisten! Dabei werden hochwertige, mehrjährige Blühflächen von der heimi-schen Landwirtschaft in ganz Oberösterreich angelegt und gepflegt. Je mehr Unter-stützung das Projekt in Form von Patenschaften erhält, desto mehr Blühflächen werden angelegt. Verwendet wird für die Aktion nur regional zertifiziertes Saatgut aus Österreich. Nicht nur Insekten profitieren vom vielfältigen Blütenangebot, auch Vögel und Kleinsäuger finden in den Blühflächen Nahrung und Rückzugsorte. Zudem werden auch die beteiligten Landwirte, die die Anlage und Pflege der Flächen übernehmen, eine finanzielle Entlohnung erhalten. Damit soll die heimische Landwirtschaft unterstützt und ein Anreiz zur Anlage von Blühflächen und somit zum Insektenschutz geschaffen werden. Die Umsetzung des Projektes erfolgt durch den Maschinenring OÖ mit seinen Außenstellen.
Die Anmeldung für eine Blühpatenschaft erfolgt über die Homepage des Bienen-zentrums OÖ (www.bienenzentrum.at/bluehpatenschaft) oder des Maschinenrings (www.maschinenring-bluehpatenschaft.at). Eine Patenschaft kann mit einem fi-nanziellen Beitrag von 60 Cent pro Quadratmeter Blühfläche übernommen werden (ab 25 Quadratmeter bzw. 15 Euro). Begleitend zum Projekt wird es einen Newsletter mit aktuellen Fotos und Infos zu den angelegten Flächen sowie zu Veranstaltun-gen und Exkursionen geben. Der Schutz der Insektenwelt ist eine gesamtgesell-schaftliche Aufgabe. Mit den Blühpatenschaften können nun auch all jene einen aktiven Beitrag leisten, die keine eigenen Flächen zur Verfügung haben.
P_ALT
Marchlanddamm © Bienenzentrum OÖ

OÖ Landesjagdverband verwendet für Projektgebiete auch bienenfreundliches Saatgut

Landesjägermeister Herbert Sieghartsleitner: „Der Oberösterreichische Landesjagd-verband hat in den vergangenen Jahren Jägerinnen und Jägern Saatgutmischungen zur Verfügung gestellt, um gemeinsam mit den Landwirtinnen und Landwirten Rück-zugs- und Äsungsflächen für das Wild zu schaffen. Zahlreiche Jäger sind ja selbst Bauern, die oft mit Vorbildwirkung diese Sämereien verwenden.“ Der Blühstreifen-versuch 2019 des Bienenzentrums OÖ kam zum Ergebnis, dass die „klassischen“ Jagd-Blühmischungen „Dickicht“ und „Lebensraum Niederwild“ den Ansprüchen von Nützlings-Insekten weniger gerecht werden als dezidierte Blühmischungen. Dieses Ergebnis ist nachvollziehbar, da die beiden Saatgutmischungen nicht auf Ansprüche von Bestäuber- und andere Insekten abgestimmt sind, sondern, wie der Name verrät, auf die Bedürfnisse des Wildes. In Kooperation mit dem OÖ Landes-jagdverband hat das Bienenzentrum OÖ daher einen Kompromiss bei der Auswahl des Saatguts gefunden, der allen Ansprüchen sowohl der Blütenbestäuber als auch des heimischen Wilds gerecht werden soll. „In der »Blühstreifenaktion – mach mit 2020« bringt sich die OÖ Jägerschaft aktiv zum Schutz der Wildbienen und Be-stäuberinsekten ein. Und zwar werden in speziellen Niederwildprojekten Flächen damit angebaut, um Synergien zwischen der Förderung des Niederwildes, diversen Bodenbrütern und eben Insekten zu nutzen. Eine hohe Insektenvielfalt ist besonders für Fasan- und Rebhuhnküken überlebensnotwendig!“, so LJM Sieghartsleitner wei-ter.

Weitere Rückfragekontakte

Bienenzentrum OÖ
T +43 0 50 6902 1431
E bienenzentrum@lk-ooe.at

Leiter Agrarbetreuung Maschinenring Oberösterreich
Ing.   Roman Braun
T 0664 9606111
E roman.braun@maschinenring.at

Kompetenzzentrum Wildblumen Maschinenring
T 05 9060 400
E oberösterreich@maschinenring.at

OÖ Landesjagdverband
T 07224/ 20 0 83 
E office@ooeljv.at

Downloads